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In der Bockerter Heide entsteht ein Niederwald

Neuer Niederwald in Viersen : Für eine biologische Vielfalt

Der Forstbetrieb der Städtischen Betriebe lässt in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Viersen einen Buchenwaldbestand in der Bockerter Heide niederwaldmäßig durchforsten.

. In der Bockerter Heide entsteht wieder ein Niederwald. Diese Art der Waldbewirtschaftung wurde über viele Jahrhunderte ausgeübt. Der Wald war in viele Parzellen unterteilt, in denen Landwirte Brennholz schlugen. Dies erfolgte in regelmäßigem Abstand von etwa 10 bis 20 Jahren, wenn die Äste armdick waren. Dabei wurde sichergestellt, dass nie mehr Holz geerntet wurde, als wieder nachwachsen konnte.

Der Kahlschlag oder das „auf den Stock setzen“ wurde am Niederrhein auf zwei verschiedenen Höhen praktiziert: „Wir werden, wie es historisch üblich war, eine Fläche auf rund 70 bis 80 Zentimeter einkürzen, einen weiteren Block auf eine Höhe von etwa 130 bis 140 Zentimeter“, sagt Viersens Stadtförster Richard Schulze Frenking. Durch die Eigenschaft der Buche, auf den Rückschnitt mit einem starken Austrieb zu reagieren, bildet die sogenannten Scheitelbuche neue Zweige und Äste und sorgt somit für neues Holz.

Dabei heilt der Baum auch die Schnittstelle aus eigener Kraft. Bei diesem „Überwallprozeß“ entstehen Risse, Nischen und Höhlen. Dort verstecken sich kleine Tiere, wie zum Beispiel Mäuse oder Siebenschläfer. An faulen und morschen Stellen siedeln sich Schnecken und Käfer an, die Nahrung für Vögel bieten. An den lichten Stellen am Boden wachsen Pflanzen. Eine Buche kann bis zu 250 Jahre alt werden.

Über viele Jahrhunderte war der Niederwald vorherrschend im Bereich Hardter Straße und Bockerter Busch. In der Bockerter Heide stehen noch viele alte Kopfbuchen, die einmal niederwaldmäßig bewirtschaftet worden sind. Richard Schulze Frenking: „Mit der partiellen Wiederaufnahme der historischen Nutzungsform der Scheitelung leisten wir einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Viersener Natur- und Kulturlandschaft.“

Die Durchforstung wird voraussichtlich am Wochenende abgeschlossen sein. Die beiden Flächen entlang des Weges zum Parkplatz „Waldfrieden“ sind jeweils rund 20 Meter breit und 50 Meter lang. Die Arbeiten führt ein sogenannter Harvester aus. Dies ist eine spezielle Holzerntemaschine, die die Baumstämme abschneidet und anhebt. So ist für diese gefährliche Arbeit kein Einsatz von Personal nötig und es entstehen keine Schäden am Wald. Die Pflegemaßnahme werden mit Mitteln aus dem Waldfond des Kreises Viersen finanziell unterstützt.