: Ausbildung auf der Lerninsel

Wenn die Schüler der Krankenpflegeschule am St. Irmgardis-Krankenhaus ihre neue Lerninsel nutzen, fliegen sie nicht zum Lernen in den Urlaub. Im Gegenteil: Sie betreuen selbstständig Patienten und haben einen eigenen Raum, um dort Hintergründe zu recherchieren, die Theorie zur Praxis zu vertiefen und sich auszutauschen.

„Ziel unserer Lerninsel ist es, dass die angehenden Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger einerseits erfahren, was nach der Ausbildung auf sie zukommt, wenn sie als Ansprechpartner für Patienten, aber auch Ärzte, Angehörige und andere eine ganze Station meistern. Und andererseits lernen sie gleichzeitig, sich eigenständig Fachwissen anzueignen“, erklärt Schulleiterin Ilona Thelen die Hintergründe des neuen Lernmodells. „Selbstverständlich stehen ihnen dabei zu jeder Zeit erfahrene Kräfte als ‘Lerninselbegleiter‘ zur Seite, die unterstützen und motivieren.“

Jeweils sechs Schüler des zweiten und dritten Ausbildungsjahrs versorgen für fünf Wochen möglichst eigenständig acht bis zehn Patienten einer Station der inneren Medizin. In dieser Zeit führen sie alle anfallenden Aufgaben rund um die Pflege dieser Patienten eigenständig aus. „Das ist etwas anderes, als wenn sie ‘nur‘ der lernende Part eines sonst ausgebildeten Teams sind. Plötzlich müssen sie Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen“, weiß Lehrerin Vera Kalibe.

Dabei bleibt den Schülerinnen und Schülern dennoch ausreichend Zeit zum Lernen. Zur Verfügung steht außerdem ein Lernraum, der viele professionelle Hilfsmittel, wie beispielsweise Tablets, bietet.

Entstanden ist die Idee im Studium der Pflegepädagogik, angelehnt ist sie an ähnliche Abläufe in der Ausbildung zu industriellen oder technischen Berufen. „Und an intern Bewährtes“, ergänzt Vera Kalibe. Schon seit 20 Jahren ist eine „Schulstation“ Teil der Süchtelner Krankenpflegeschule-Ausbildung. „Das ist jetzt die Weiterentwicklung“, macht sie deutlich. Die Lerninsel ist jetzt fest im Lehrplan verankert.