: Engpässe bei Schutzausrüstung

Der Kreis Viersen bittet einheimische Firmen um Unterstützung. Am ersten Tag gingen bereits mehr als 50 Angebote ein.

„Eine hervorragende Resonanz! Nicht nur die Menge der Angebote, sondern vor allem auch die Bandbreite der Produkte und die kreativen Ideen der Anrufer sind hoch erfreulich. Meinen herzlichen Dank an jeden einzelnen, der sich gemeldet hat“, sagt Landrat Dr. Andreas Coenen. Aufgrund der starken Nachfrage nach medizinischer Schutzausrüstung während der Coronavirus-Pandemie bittet der Kreis Viersen die heimischen Wirtschaftsunternehmen um Unterstützung. Firmen, die Schutzausrüstung vorrätig haben, selbst produzieren oder ihre Produktion dahingehend umstellen können, sind aufgerufen, sich beim Kreis Viersen zu melden.

Anrufer bieten Schutzmasken und -anzüge, Handschuhe oder Desinfektionsmittel an – teils als Spende, teils zu günstigen Marktpreisen. Auch viele fachfremde Firmen wollen helfen: Ein Handarbeitsladen bietet an, Mundschutzmasken aus Stoffen zu nähen. Eine Firma kann mittels eines 3D-Druckers Bauteile für OP-Visiere herstellen. Ein dritter Anrufer bietet an, Spritzschutzscheiben aus Plexiglas zu fertigen.

„Wir werden die Anrufe auswerten und sortieren. Auch Angebote, die wir aktuell vielleicht nicht benötigen, werden wir archivieren und gegebenenfalls später darauf zurückgreifen“, so Dr. Coenen. Firmen, die ebenfalls Produkte der medizinischen Schutzausrüstung für den Bedarf im Rettungsdienst, in Pflegeheimen und in Krankenhäusern stellen können, können sich telefonisch an den Krisenstab wenden. Die Rufnummern 02162/ 39–2401 und –2402 sind werktags zwischen 9 und 16 Uhr besetzt. Benötigt werden Desinfektionsmittel, Schutzmasken und –brillen, Schutzbekleidung und -kittel sowie Handschuhe.

„Kürzlich haben wir einzelne Posten beschafft – so wie es der hart umkämpfte Markt zulässt“, sagt Landrat Dr. Andreas Coenen. „Diese Einzelbestellungen machen aber auch deutlich: Obwohl wir, die anderen Kreise und kreisfreien Städte seit Wochen wiederholt auf den dringenden Bedarf an Schutzausrüstung hinweisen, stellt das Land NRW nicht annähernd ausreichend Materialien zur Verfügung. Vor dem Hintergrund des Verwaltungsaufwandes, der Nachfrage-Bündelung und nicht zuletzt, um Missbrauch und Betrug zu verhindern, wäre es wesentlich sinnvoller, wenn das Land endlich die Beschaffung zentral organisieren würde.“

Solange dies nicht geschieht, sind die Kommunen gezwungen, eigenständig andere Wege zu gehen. „Die Ressourcen werden auch im Kreis Viersen knapp. Um die Versorgung in Krankenhäusern, Rettungsdienst und Pflegeeinrichtungen sicherzustellen, sind wir dringend auf eine kontinuierliche Versorgung mit medizinischer Schutzbekleidung und –ausrüstung angewiesen“, sagt der Landrat.Weitere Infos unter www.kreis-viersen.de/corona