: Neues Konzept bei Waldbränden

Feuerwehr Viersen stellt sich bei Waldbrandbekämpfung neu auf. Zum Einsatz kommt auch ein Vorausfahrzeug.

. Er ist wendig und geländegängig – der neue Pick-Up der Feuerwehr Viersen, ein echtes Mehrzweckfahrzeug. Seine Hauptaufgabe wird es sein, als Vorausfahrzeug bei entstehenden Waldbränden auszurücken. „Der Klimawandel bringt uns intensivere und heißere Sommer. Entsprechend wächst die Zahl der Tage mit erhöhter bis höchster Waldbrandgefahr. Das stellt uns vor neue Herausforderungen beim Schutz unserer grünen Lungen“, sagte Bürgermeisterin Sabine Anemüller bei der Vorstellung des neuen Autos in der Feuerwache an der Gerberstraße. Das Fahrzeug kommt auf schmalen Wegen wie auf den Süchtelner Höhen schneller voran.

Die Feuerwehr Viersen hat sich intensiv mit den Fragen rund um Vegetationsbrände befasst. Wehrleiter Frank Kersbaum erklärte, die Situation in der Stadt Viersen unterscheide sich grundlegend von der in Brandenburg oder auch in Brüggen. In Viersen werden die gefährdeten Bereiche intensiv von der Bevölkerung genutzt. Brände würden daher in der Regel schnell entdeckt und gemeldet.

„Unsere Aufgabe ist es dann, rasch den genauen Brandort zu finden und den Entstehungsbrand zu bekämpfen“, sagte Kersbaum. Diese Situation sei wesentlich wahrscheinlicher als ein ausgedehnter Waldbrand. Es wird also ein kleines, wendiges Fahrzeug gebraucht. Die Erfahrungen des Jahres 2018 hätten gezeigt, dass insbesondere Großfahrzeuge mit mehr als zehn Tonnen Gewicht Schwierigkeiten hätten, jeden Ort zu erreichen. Mit Hilfe eines Löschmoduls mit 400 Litern Wasser und eine Hochdruck-Löschanlage kann die zwei Mann starke Besatzung des Wagens rasch mit den Löscharbeiten beginnen.

„Darüber hinaus“, ergänzte der stellvertretende Leiter der Feuerwehr Viersen, Hans-Jürgen Thevessen, „erkunden die Kräfte die Anfahrtswege für die nachrückenden Einheiten. Bei größeren Szenarien kümmern sie sich auch um die Frage, wie die Wasserversorgung aufgebaut werden kann.“ Bei hoher Waldbrandgefahr werde der Wagen zudem die Streifenfahrten übernehmen, die bisher ein geländegängiges Auto ohne Löschwasser an Bord übernommen habe. „Uns war wichtig, schnell eine einsatzfähige Lösung zu haben“, sagte der für den Feuerwehrbereich zuständige Erste Beigeordnete Christian Canzler. Die Löschanlage auf der Ladefläche ist ein spanisches Fabrikat. Canzler: „In Deutschland ist ein Fahrzeug dieser Art dagegen noch ein Exot.“ Auch Innenministerien und Städtetag würden solche Systeme empfehlen.

Kersbaum: „Mit dem entsprechenden Modul haben wir zum Beispiel ein geländegängiges Fahrzeug zum Patiententransport.“ Das sei nach seiner Kenntnis im Kreis einzigartig. Der Wagen wird der hauptamtlichen Wache an der Gerberstraße zugeteilt. Im Fall eines Feuers werden daher auf jeden Fall die hauptamtliche Wache oder freiwillige Kräfte der Feuerwehr Viersen ausrücken. Neben hauptamtlichen Feuerwehrleuten werden Kräfte der Löschgruppe Stadtmitte des Löschzugs Viersen an dem Fahrzeug ausgebildet.