: Vision vom plastikfreien Einkauf

Elke Holtschoppen hat schon seit Jahren eine Vision, eine Idee, für die sie andere Menschen begeistern möchte. Sie hat den Wunsch nach einem Unverpacktladen in Viersen am Gereonsplatz.

Viersen. „Es ist einfach Zeit für einen Unverpacktladen in unserer Stadt“, findet Elke Holtschoppen, Miteigentümerin eines Geschäftshauses auf dem Gereonsplatz.

Dort soll jetzt auch ihre Vision Gestalt annehmen, wenn es nach ihr ginge. „Wenn ich 20 Jahre jünger wäre, würde ich es selbst machen. Aber ich bleibe bei meinen Gitarren“, sagt die 62-Jährige, die in den 70er-Jahren zusammen mit Thomas Metz das Musikfachgeschäft „Tommy’s Music Shop“ auf dem Gereonsplatz eröffnete. Heute betreibt sie das Gitarrenhaus am Hariksee und brennt für ihre Vision.

„Es ist ein tiefes Wünschen, dass die alternative Idee eines Unverpacktladens Kraft und Gestalt bekommt“, sagt Elke Holtschoppen hoffnungsvoll. „Wir brauchen ein wenig Enthusiasmus, der Welt und der Natur geht es in vielerlei Hinsicht nicht gut“, sagt die Naturliebhaberin, der es wichtig ist, sich gegenseitig „anzuschubsen“. Jetzt sucht sie junge, aktive Menschen, die sich anschubsen lassen, die auch „den Wunsch nach besser und anders“ haben, die sich was trauen.

„Ich kann mir für den Unverpacktladen gut einen Familienbetrieb vorstellen, wo Generationen gemeinsam eine Idee verwirklichen“, sagt Elke Holtschoppen. Doch sie könne nur Anreize geben, einen Weg zeigen. Wenn man aber eine Vision habe und diese hege, dann würde das auch was. Die 62-Jährige spricht aus Erfahrung. Noch bis 2015 hat sie auf dem Gereonsplatz mit „Kleinoden von Gitarren“ gehandelt, Menschen aus ganz Europa im Gitarrenladen ein besonderes Angebot präsentiert. „Und der Platz ist auch gut für die Idee eines Unverpacktladens“, meint Elke Holtschoppen. „Der Platz hat die Energie dafür und hat immer über all die Jahre hinweg auch Spezialisten angezogen.“

„Ich klappere auch einige Läden ab, um mir ein Bild davon zu machen, höre ’Es läuft gut!’ und ’Bei uns boomt es gerade’.“ Sie habe schon Kontakt zum Verband der Unverpacktläden aufgenommen, der berät, fördert und vernetzt. Elke Holtschoppen vernetzt sich gerne, wie sie sagt. „Das ist wie im Wald. Die Bäume versorgen sich mit ihren Wurzeln gegenseitig.“

Besonders freut sie sich, dass sich schon etwas bewegt: „Aus Mönchengladbach hat schon jemand für meine Idee Interesse bekundet.“ Sie selbst würde auch gerne mehr verpackungsfrei einkaufen und kenne viele, die jetzt schon kilometerweite Anfahrten zum nächsten Unverpacktladen in Kauf nehmen. Vielleicht müssen die ja demnächst nicht mehr so weit fahren...