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Diakonin Birgit Schmidt-Lunk ist die neue Seelsorgerin.

Seelsorge : Seelsorge im Gefängnis

Seit einer Woche ist Diakonin Birgit Schmidt-Lunk die neue Seelsorgerin im Frauenvollzug in Willich. Eigentlich ist sie bereits seit August im Frauenvollzug tätig. Aus organisatorischen Gründen wurde sie jedoch erst jetzt durch Superintendentin Dr. Barbara Schwahn in ihr Amt als Seelsorgerin in der JVA II in Willich eingeführt.

Der Bibelvers „Meine Zeit steht in deinen Händen“ habe Schmidt-Lunk in ihrem ganzen Leben begleitet, so Superintendentin Schwahn in ihrer Ansprache. Auch wenn es manchmal lange dauere und es dazwischen „Wüstenzeiten“ gebe, in denen man nicht wisse, wohin es gehe. „Sie vertrauen darauf, Gott zeigt sich gerade in diesen Wüstenzeiten, zeigt Wege und Auswege“, betonte die Superintendentin. „Mit dieser Grundeinstellung sind sie genau die Richtige hier.“

Birgit Schmidt-Lunk arbeitet seit August als evangelische Seelsorgerin in der JVA II in Willich, dem Frauenvollzug. Eigentlich ist sie bereits seit Mai vor Ort, doch zunächst war sie unterwegs, zu Einarbeitung. „Ich habe die Arbeit der Seelsorgenden kennengelernt in der JVA in Köln und bei dem evangelischen Kollegen im Männervollzug in Anrath. Ich bin einfach ,mitgelaufen‘.“ Es sei sehr hilfreich gewesen, beispielsweise zu sehen, wie und wann die Kolleg*innen in Gesprächen reagieren und wie sie mit den Beamten kommunizieren. „In Köln sind vier evangelische Seelsorgende tätig, alles unterschiedliche Charaktere“, berichtet Schmidt-Lunk. „In der Gefängnisseelsorge bringt man viel von sich selber mit. Es ist nicht nur Handwerk, sondern auch Person.“

Aus organisatorischen Gründen wurde Schmidt-Lunk erst jetzt in ihr Amt als Seelsorgerin eingeführt. So konnten die Frauen sie erst mal kennenlernen, in Gesprächen und „normalen“ Gottesdiensten, bevor sie zu diesem besonderen eingeladen wurden. Dass Schmidt-Lunk im Frauenvollzug bereits bekannt ist, zeigte sich deutlich an den Begegnungen und Gesprächen beim gemeinsamen Ausklang in der Kapelle nach dem Gottesdienst.

Birgit Schmidt-Lunk ist in Krefeld geboren und in Osterath aufgewachsen. Für ihre Krankenpflegeausbildung zog sie nach Frankfurt. In diesem Beruf hat sie durchgehend gearbeitet. Bis auf den Erziehungsurlaub für ihre zwei – nun erwachsenen – Kinder. Den jedoch haben sich ihr Mann und sie konsequent geteilt. „Davon haben wir alle vier profitiert“, betont die heute 56-Jährige Anratherin. „Für dieses Modell kann ich nur Werbung machen.“

Diakonin Schmidt-Lunk ist mit einer halben Stelle in der Seniorenarbeit in ihrer Gemeinde tätig und mit einer halben Stelle ist sie Seelsorgerin in der JVA. Manchmal sei es eine Herausforderung, dass sie nichts von dem, was sie aus ihrem Alltag in der JVA heraus beschäftigt, zuhause erzählen dürfe. Auch sonst gelte für die vertraulichen Gespräche selbstverständlich das Seelsorgegeheimnis. Nichts von dem, was die Frauen ihr anvertrauen, geht in der JVA selber oder juristisch nach draußen.