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Photovoltaik: „Wattbewerb“ Willich

Photovoltaik : „Wattbewerb“ Willich

Der „Wattbewerb“ ist ein Wettbewerb für Städte und Gemeinden, bei dem es um den beschleunigten Ausbau von Photovoltaik geht. Die Stadt Willich steht dabei aktuell auf Platz 38. „Es ist noch Luft nach oben“, sagt Bürgermeister Christian Pakusch am Donnerstag bei einem Treffen mit Vertreten von „Fridays for Future“ und von den Stadtwerken an der Gießerallee.

Da geht doch noch mehr in Sachen Photovoltaik - das meinten auch die Vertreter von „Fridays for Future“ und suchten das Gespräch mit dem Bürgermeister. „Ein wichtiges Thema für die Zukunft“, findet er und lud zu einem Treffen am Neubau der Stadtwerke an der Gießeralle ein - da wo zukünftig gerade in Sachen Strom, Stromerzeugung- und Verteilung für Willich alle Leitungen zusammen laufen werden. Stadtwerke-Geschäftsführer Tafil Pufja und Dimitrios Trentos, Abteilungsleiter Energiedienstleistungen, gaben Einblick in den neuen Gebäudekomplex, der in drei Monaten fertig gestellt sein soll.

„Das Gebäude ist auf dem neuesten Stand der Technik, was die Themenbereiche Energie betrifft“, fasst es Dimitrios Trentos zusammen. Eine Wärmepumpe mit 60 KW Anschlussleistung, elf Sonden a 99 Meter tiefe, ein Pufferspeicher von 1000 Litern sind nur einige Eckdaten, die das moderne Gebäude umschreiben. „Die Gebäudebeheizung und Kühlung funktioniert mittels Betonkernaktivierung, die Nachheizung über Lüftungsanlage, die Nachkühlung über Kälteanlage“, so Trentos weiter.

Natürlich verfüge das Gebäude auch über eine Photovoltaikanlage auf dem Dacht, sagt Geschäftsführer Tafil Pufja - das Ziel sei aber, stadtweit den Ausbau zu vergrößern. Willich sei immer schon Vorreiter gewesen, die öffentlichen Flächen für Photovoltaik seien fast vollständig ausgenutzt, erklärt Trentos. „Es sind jetzt die privaten Haushalte, die wir von PV-Anlagen überzeugen wollen“, sagt Tafil Pufja. Sogenannte „Contracting“-Pakete können da für private Hausbesitzer eine gute - und langfristig günstige Investition sein, weiß der Geschäftsführer. Auch vor dem Hintergrund der „global nachhaltigen Kommune“ machen PV-Analgen Sinn.

Mehr Photovoltaikanlagen für Willich - nicht nur damit die Stadt im „Wattbewerb“ unter die ersten Zehn der Liste von 184 Städten und Gemeinden kommt - aktuell steht Willich auf Platz 38 - sondern auch, um zukünftig, beispielsweise auch in Krisenzeiten, autarker zu sein.

„Gerade in diesen Zeiten sind private Hausbesitzer zögerlich mit großen Investitionen“, sagt Tafil Pufja. Dabei sei ein Pachtmodel für eine Photovoltaik-Anlage auch finanziell überschaubar. So läge der Preis bei monatlich 90 Euro bei einer Laufzeit von 18 Jahren. „Die Stadtwerke übernehmen dabei die ganze Arbeit - heißt, wir kommen raus, prüfen ob das Dach die Last tragen kann, kümmern uns um die Installation und die Wartung. Der Kunde nutzt den Strom und nach 18 Jahren geht die Anlage in seinen Besitz über“, erklärt er weiter. Auch eine zukünftige Vernetzung von verschiedenen Gebäuden, was Wärme oder Strom betrifft, sei durchaus möglich und machbar. „Natürlich wird das Thema immer komplexer, die Technik immer komplizierter“, sagt Dimitrios Trentos. Hätte man noch vor 20 Jahren nur einen Elektriker gebraucht, muss man heute noch zusätzlich einen EDV-Fachmann dazu nehmen. Smart-Home, Smart-City seien hier die Stichworte. Dass die Stadt Willich bereits ab 2030 Klimaneutral sei, konnte Bürgermeister Pakusch den Fridays for Future Vertretern nicht bestätigen. Realistisch sei eher 2050. „Und dabei machen wir in einigen Bereichen schon viel mehr, als beispielsweise die Vorgaben der ‚global nachhaltigen Kommune‘ verlangen“, so Christian Pakusch weiter. Direkte Forderungen hatten Maike und Tim Breitmar von „Fridays for Future“ nicht, eher sei es der Wunsch nach einer gemeinsamen Vision. „Wenn wir dahin kommen können, dass - einfach gesagt - Willicher Bürger Strom für Willicher Bürger produzieren, dann wäre das schon ein enormer Fortschritt für Umwelt und Klima“, sagt Maike Breitmar und zielte damit nochmals auf das Mehr von Photovoltaik-Anlagen auf privaten Hausdächern ab. „Es muss klar sein, dass wir in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren nicht mehr auf fossile Energien zurückgreifen können - darum müssen wir jetzt schon Handeln“; meint Tim Breitmar, der selbst ein Unternehmen im Bereich erneuerbare Energien leitet.

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Konsens gab es zum Abschluss darüber, dass man - was den Wattbewerb betrifft - auf jeden Fall in die Top Ten kommen wolle. „Platz 38 ist zwar nicht schlecht - aber unter die Top Ten ist doch besser“, so Bürgermeister Christian Pakusch abschließend.