„Franziska“ rettet Leben!

Wenn Menschen im Rhein in Not geraten, düst der Löschzug Büderich der Freiwilligen Feuerwehr Meerbusch unter vollem Einsatz zur Rettung – bis dass die Gischt nur so spritzt. In rund zehn Minuten sind sie auf dem Wasser.

Die Meerbuscher Nachrichten fuhren jetzt mit.

Die Haare flattern im Wind, Rheinwasser sprüht in die Gesichter, die Landschaft Düsseldorfs rast an den Helden vorbei – ein Zeichen dafür, dass das Mehrzweckboot „Franziska“ wieder im Einsatz ist. Dieses Mal sind die zwei Ausbilder und verantwortlichen Bootsführer des Tages, Norbert Hassels und Bernhard Zahn, mit ihren beiden Auszubildenden sowie den Feuerwehrmännern Frank Mohr, Pressesprecher, und Lutz Meierherm an Bord. Alle sind mit roten Rettungswesten bestückt, die sich bei Wasserkontakt aufblasen – ohnmachtssicher. Diesen Schutz haben die Menschen nicht, die von der Strömung erfasst auf Rettung warten. Im Rhein sollte man unter gar keinen Umständen schwimmen. „Wir sagen es den Leuten immer wieder“, meint Norbert Hassels resigniert. „Leider ist das Baden an manchen Stellen erlaubt.“ Das bedeutet aber nicht, dass es dort sicherer ist. Gerade die Buchten, die auch Kinder zum Planschen einladen, sind so gefährlich. Die großen „Berufsschiffe“ ziehen das Wasser aus dem „geschützten“ Bereich – und die Menschen gleich mit. Da reicht es schon, wenn ein Erwachsener knöcheltief im Wasser steht. Danach gibt es keine Chance für den Menschen, aus eigener Kraft der Situation zu entkommen. „Es ist auch völlig unmöglich, von der einen zur anderen Rheinseite zu schwimmen“, sagt Norbert Hassels. Man komme nicht vom Fleck und würde zusätzlich noch von der Strömung abgetrieben. Da heißt es „Ruhe bewahren“ und durchhalten, bis die „Franziska“ mit ihrer tapferen Besatzung zum Einsatz bereit ist. „Durch den Kontrollverlust werden die Menschen oft unruhig und geraten schließlich in Panik.“ Lutz Meierherm und Frank Mohr erleben dies im Beisein der Meerbuscher Nachrichten zu Übungszwecken am eigenen Leib. Mit dem Wissen, dass sie sofort wieder rausgefischt werden, springen sie nacheinander über Bord und lassen die Auszubildenden das „Mann über Bord Manöver“ durchgehen. Nass aber sicher befinden sie sich kurze Zeit später wieder an Deck. „Das ist schon ein blödes Gefühl“, berichtet Frank Mohr.

(StadtSpiegel)
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