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Gladbacher Arbeitslosenzentrum zieht Fazit

Leiter des Arbeitslosenzentrums zieht Fazit : Stärkungspakt hat vielen geholfen

Mit dem so genannten Stärkungspakt der Landesregierung hat das Arbeitslosenzentrum Mönchengladbach (ALZ) 2023 vielen Menschen in extremen Notlagen helfen können. Karl Sasserath, Leiter des Arbeitslosenzentrums, hat ein Fazit gezogen.

„Wir hätten viel mehr tun können, aber leider war kein Geld mehr da“, sagt Karl Sasserath etwas enttäuscht. Nach dem Ende des „Stärkungspaktes NRW, gemeinsam gegen Armut“ hat der Leiter des Gladbacher Arbeitslosenzentrums ein erstes Fazit gezogen.

Den Pakt gegen Armut hatte die schwarz-grüne Landesregierung im vergangenen Jahr mit rund 150 Millionen Euro aufgelegt. Ihr war nicht entgangen, dass horrend gestiegene Lebensmittel- wie Energiepreise und insbesondere die Inflation noch mehr Menschen in große Not gebracht hatten. Die NRW-Kommunen beziehungsweise ihre Wohlfahrtsverbände bekamen Geld, um „Bedürftigen unbürokratisch zu helfen“. Nach Gladbach flossen rund 3,3 Millionen Euro, das ALZ konnte davon mit rund 30 000 Euro „die größte Not“ lindern, berichtet Sasserath.

Da konnte eine Alleinerziehende mit kleinen Kindern die Wohnung nicht mehr heizen, die Wohnung war feucht, es gab kein Licht. Folgen einer Stromsperre. Nicht wenige, die ins ALZ kamen, hatten nicht einmal ein paar Euro für Lebensmittel wie Milch, Brot und Aufstrich. Hier half ein Gutschein.

Berührend auch Fälle, in denen Menschen sich keine einfache Brille leisten oder kaputte Gläser reparieren lassen konnten. Häufig kamen auch junge Familien, weil Kinderbetten fehlten oder gebrauchte nicht mehr zu reparieren waren. ALZ-Mitarbeiter halfen – entweder gab es ein schlichtes neues Bett oder der Volksverein in Geistenbeck half weiter. Ein junges Paar mit Baby schließlich musste nicht aus der Wohnung und auf die Straße, weil der Mietrückstand übernommen werden konnte. Inzwischen kann es sein Leben selbst meistern.

Für Möbel wurden über das ALZ knapp 2 000 Euro ausgegeben, die Übernahme von Energie- und Mietrückständen sowie die Vergabe von Lebensmittel-Gutscheinen machten rund 6 500 Euro aus. Bei der Beschaffung „weißer Ware“ (Herd, Kühlschrank, Waschmaschine etc.) waren 18 636 Euro notwendig.

Wer um Unterstützung bat, musste zuvor nach Vorgaben der Landesregierung „überprüft“ werden. Sasserath: „Das nahm viel Zeit in Anspruch – Zeit, die bei Beratung von Menschen auf der Suche nach Jobs oder mit anderen Problemen fehlte.

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Der Pakt, so Sasserath, habe vorübergehend viele Menschen gestärkt und ihnen Perspektive gegeben. Für den jahrelange Mangel als Folge nicht ausreichender Regelsätze sei der Stärkungspakt kein Ausgleich. Das Programm lief zu Ende des Jahres 2023 aus. Eine Neuauflage oder ein Anschlussprogramm plane die Landesregierung nicht. Die aktuelle sozialpolitische Diskussion bereitet ihm Sorge, bilanziert Karl Sasserath. Öffentliche Haushalte auf dem Rücken der Ärmsten sanieren zu wollen – das sei ein „Höchstmaß an Zynismus“.