: Staffelstabübergabe am Eli

Am Zentrum für Kinder und Jugendliche der Städtischen Kliniken Mönchengladbach gibt es eine neue Chefärztin. Zum 1. September trat die bisherige Oberärztin Dr. Sabine Keiser die Nachfolge von Prof. Dr. Wolfgang Kölfen an, der sich nach 23 Jahren an der Spitze der Klinik nun gänzlich der Berufspolitik widmet.

„Professor Kölfen hat die Klinik in vielerlei Hinsicht geprägt: strategisch, in seinem Führungsverständnis und in der alltäglichen Arbeit mit Eltern und Patienten“, lobt Geschäftsführer Thorsten Celary den scheidenden Chefarzt. Entwicklungen, die Kölfen mit vorangetrieben hat, betreffen etwa die Verzahnung von ambulanten und stationären Leistungen, das Verständnis von Eltern als „Teil des Systems krankes Kind“, die kontinuierliche Ausweitung in den Bereichen Kinderchirurgie und Kinder- und Jugendpsychiatrie, die Prävention sowie die dauerhafte Behandlung chronischer Krankheiten.

Als einen großen Erfolg seiner Zeit am Elisabeth-Krankenhaus sieht Kölfen selber die Spezialisierung, die durch die Unterbringung aller Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren in einem Haus erreicht worden sei: „Von der Kinderchirurgie über den Psychologen bis hin zum Kinder- und Jugendpsychiater – hier haben wir alles unter einem Dach. So vermeiden wir den Tunnelblick und können die jungen Patienten und ihre Eltern ganzheitlich in den Blick nehmen.“

Ein Anliegen übrigens, das Kölfen auch bei seiner berufspolitischen Tätigkeit, der er sich künftig verstärkt widmen wird, am Herzen liegt. Seit 2019 ist der Mediziner schon als gewählter Vize-Präsident beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands (BVKJ) angestellt. Er weiß: „Politik braucht Beratung durch Profis aus dem Lebensalltag, wenn es um die Belange von Kindern, Jugendlichen und Eltern geht.“ Erst kürzlich äußerte sich Kölfen im Podcast-Interview mit dem Journalisten Gabor Steingart denn auch kritisch über die aktuellen Corona-Maßnahmen der Politik, bei der Schulkinder durch das Maskengebot in Schulen als Spreader behandelt würden, die sie de facto nicht seien.

Neben seiner berufspolitischen Tätigkeit ist Kölfen übrigens auch noch als Kommunikationstrainer für Ärzte aktiv. Den Städtischen Kliniken wird er auf Wunsch der Geschäftsführung zudem in beratender Funktion erhalten bleiben.

Und Kölfens Nachfolgerin? Die hat er der scheidende Chefarzt selbst gefördert: Dr. Sabine Keiser kam als Assistenzärztin nach Mönchengladbach und ist inzwischen seit elf Jahren Oberärztin im Haus. „Dass sie sich in einem durchaus sehr honorigen Bewerberfeld durchsetzten konnte, freut mich ungemein“, begrüßt Monika Berten, Vorstandsvorsitzende des Aufsichtsrates, die Personalie. Und auch Professor Kölfen hält große Stücke auf die „Neue“: „Ich bin sehr froh, dass Dr. Keiser den Posten übernimmt. Das gibt mir ein gutes Gefühl, dass auch in den kommenden Jahren für Kontinuität gesorgt ist.“

Die neue Chefärztin kommt mit einer Menge Ideen, welche Entwicklungsschritte an der Kinderklinik die nächsten sein könnten. „Systematische Prävention vor Missbrauch und Gewalt, das Anstoßen einer Kinderschutzambulanz, eine Psychosomatik speziell für Kinder, die Fortführung der digitalen Patientenakte – es gibt eine Reihe von Projekten, die ich mit diesem hervorragenden Team umsetzen möchte“, so Keiser. Pflegefachkräfte mit dem Wissen um die Besonderheiten der Betreuung von Kindern auszubilden, hält sie für unerlässlich, genauso die Weiterbildungsbefugnis für Ärzte in weiteren Fachgebieten.

Ein funktionalerer Teilneubau der Kinderklinik liegt ihr ebenfalls sehr am Herzen. Dass sie bereits mit den zuvor an der Klinik geleisteten Arbeiten vertraut ist, sieht die neue Chefärztin als einen großen Vorteil. Gleichwohl gehe sie die neue Aufgabe mit „großem Respekt“ an.