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Bauverein Evangelische Hauptkirche Rheydt hat sich gegründet.

Einsatz für die Ev. Hauptkirche Rheydt : Verein kämpft für Kirchen-Fassade

Wind und Wetter haben der Fassade der Evangelischen Hauptkirche in Rheydt über die Jahre stark zugesetzt. Wie prekär die Lage ist, hat sich im vergangenen Jahr gezeigt, als der Haupteingang des Bauwerks wegen Steinschlags gesperrt werden musste. Um das Rheydter Wahrzeichen auch für zukünftige Generationen zu erhalten, wurde in der vorigen Woche der Bauverein Evangelische Hauptkirche Rheydt gegründet.

Die Gründungsversammlung des neuen Vereins fand ganz im Sinne der Signalwirkung direkt in der Kirche am Rheydter Marktplatz statt. In Anwesenheit von Mönchengladbachs Oberbürgermeister Felix Heinrichs wurde der Verein – dessen Zweck laut Satzung die „Förderung des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege mit den Zielen der Bauerhaltung, Wiederherstellung, Verbesserung und Ausstattung der Evangelischen Hauptkirche Rheydt als einem der herausragenden Baudenkmäler der Stadt Mönchengladbach“ ist – aus der Taufe gehoben.

Als Mitglieder gehören dem Verein neben dem OB und den Vertretern des Presbyteriums/der Gemeinde diverse Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in der Stadt Mönchengladbach an. Dazu gehören etwa der Bundestagsabgeordnete Dr. Günter Krings, Bürgermeisterin Petra Heinen-Dauber, der CDU-Ortsvorsitzende Roderich Busch, der Unternehmer Bernd Gothe, der Notar Dr. Jochen Mues, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Dr. Ulrich Viefers, Wissenschaftlerin Dominique Walraevens oder der Bezirksvorsteher Ulrich Elsen. Sie alle wollen dazu beitragen, das Problem der bröckelnden Fassade der Hauptkirche ins Bewusstsein der Menschen zu rufen, um so die dringend benötigten Spendengelder von Unternehmen und Privatpersonen reinzuholen.

„Wir hoffen zwar auch auf Fördermittel von Land und Bund, aber um die zu bekommen, müssen wir eben auch einen gewissen Anteil an Eigenmitteln aufbringen. Jede kleine Spende ist uns daher willkommen“, bittet Stephan Dedring um Unterstützung. Der Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Rheydt geht davon aus, dass die Kosten der Fassadensanierung am Ende im siebenstelligen Bereich liegen und somit die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde deutlich übersteigen werden.

Eine Einschätzung, die kaum verwundern dürfte, führt man sich einmal die immensen Schäden vor Augen, die im Laufe der Jahre an dem Bauwerk entstanden sind. Das Problem besteht dabei in den etlichen Säulen aus Graubasalt, die das Gotteshaus zieren. Diese sind nämlich über Eisenstifte mit Bögen verbunden. „Das Wetter und die daraus resultierende Feuchtigkeit haben dazu geführt, dass sich an den Eisenstangen Rost gebildet hat. Die Eisenstifte dehnen sich dadurch aus und sprengen den Graubasaltstein auf“, erklärt Stephan Dedring. Was dann passieren kann, habe man im vergangenen September gesehen, als sich ein großer Steinbrocken vom Turm der Kirche löste und vor dem Haupteingang heruntergestürzt war, glücklicherweise ohne jemanden zu verletzen. Seitdem wurden umfassende Sicherungsmaßnahmen am Gebäude durchgeführt, um das Herabfallen weiterer Bruchtücke zu verhindern.

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„Das Unterfangen, die Kirchenfassade zu sanieren, wird sicher Jahre in Anspruch nehmen“, ist sich Dedring sicher. Umso dankbarer ist er für die „große Sympathie, die wir immer wieder erfahren, wenn die Leute auf dem Marktplatz stehen bleiben und sich bei uns über den Zustand der Kirche erkundigen“. Dass der neu gegründete Verein, der derzeit noch auf seinen Eintrag ins Vereinsregister wartet, dazu beitragen wird, dass sich die allgemeine Anteilnahme auch noch weiter in Spendenzuwendungen ausdrückt, darauf hofft der Pfarrer.