: Ein Haus für unseren Karneval

Im Karnevalsmuseum werden zahlreiche Exponate (Orden, Urkunden, Festhefte, Plakate, Uniformen und vieles mehr) aus dem Mönchengladbacher Winterbrauchtum gesammelt, geordnet, archiviert und ausgestellt. Beispielhaft seien die Karikaturen der Prinzenpaare von Nik Ebert und die Bilder der Kinderprinzenpaare im Erdgeschoss genannt. Im 1. Obergeschoss befindet sich eine kleine Ausstellung zur Stadtgeschichte.

Alles begann mit der Idee, eine Heimstätte für Karnevalisten zu schaffen und einen Ort, um die Zeugnisse des heimischen Winterbrauchtums für die Nachwelt zu erhalten. Eine Vision, die anfangs belächelt, aber dann mit viel Enthusiasmus und Mühen in die Realität umgesetzt wurde.

Mehr oder weniger zufällig wurde bei der Einweihung der renovierten Pumpe vor dem Gebäude Weiherstraße 2 das heutige Haus entdeckt. Es fanden sich sieben Männer unter Führung von Peter Ullrich, allgemein als „Seepe-Schnäuz“ bekannt, die im Dezember 1974 den Verein Altes Zeughaus e.V. gründeten. Vorsitzender wurde Peter Ullrich, sein Stellvertreter Rolf Terhaag. Mit eigenen Mitteln erwarb der Verein das Gebäude, das eigentlich eine Bauruine war. Anfang 1975 wurde der Antrag zum Ausbau gestellt und sofort nach der Genehmigung ging es mit den Arbeiten los. Sehr schnell mussten die sieben Herren aber erkennen, dass sie die Sanierung alleine nicht schaffen würden. Professionelle Handwerker zur Unterstützung mussten her, außerdem wurde diverses Baumaterial benötigt. Dank der großzügigen Unterstützung vieler Privatpersonen und Firmen konnte das Alte Zeughaus schließlich 1978 feierlich eröffnet werden. Zu diesem Anlass kleideten sich die aktiven Zeughausmitglieder in Biedermeier-Anzüge, die auch heute noch bei offiziellen Veranstaltungen getragen werden.

Nach Eröffnung des Karnevalsmuseums fanden in den Räumen des Alten Zeughauses regelmäßig themenbezogene Ausstellungen statt. Weitere großzügige Spenden ermöglichten in den folgenden Jahren die Vervollständigung der Ausstattung des Gebäudes.

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums entstand die Plastik „der Optimist“ direkt gegenüber des Eingangs zum Gebäude Weiherstraße 2. Außerdem wurde die Prinzenpaarsäule nach einer Idee des Architekten Eberhard Corcilius und des Kunstschmiedemeisters Franz Köster in dessen Werkstatt hergestellt und an der Weiherstraße errichtet.

Schon bald wurde das Gebäude zu klein. 1997 ergab sich dann die Möglichkeit, das Nachbarhaus zu erwerben. Alles begann von vorne: Die Zeughausmitglieder, mittlerweile auf knapp 30 angewachsen, waren wieder gefordert. Viel Arbeit, Enthusiasmus, Optimismus und eine große Spendenbereitschaft waren nötig, das zweite Gebäude zu restaurieren, damit es 2007 eröffnet werden konnte.

Traditionell findet am ersten Sonntag des neuen Jahres an der Prinzenpaarsäule die Namensschildeinweihung des jeweils amtierenden Prinzenpaares statt. So sollen die Prinzenpaare auch in Zukunft nicht in Vergessenheit geraten.

In unregelmäßigen Abständen zeichnet der Verein Altes Zeughaus verdiente Bürger mit dem „Optimisten“ aus. Es handelt sich um eine kleine Nachbildung des Optimisten über der Eingangstür. Bisher wurde diese Auszeichnung an Dr. Wolfgang Löhr, Dr. Franz Meyers, Bernd Gothe und Lothar Erbers vergeben.

In jedem Jahr prämiert der Verein den „Orden des Jahres“, den von einer unabhängigen Jury nach festgelegten Bewertungskriterien ermittelten „schönsten“ Orden der vergangenen Session. Mit der Auszeichnung verbunden sind für die ersten drei Preisträger lukrative Geldpreise, die bereits seit 23 Jahren mit der großzügigen Unterstützung eines Sponsors in einem feierlichen Rahmen überreicht werden.

Seit acht Jahren zeichnet der Verein Altes Zeughaus Kinder und Jugendliche aus, die sich um den Mönchengladbacher Karneval verdient gemacht haben. In einem feierlichen Rahmen wird ihnen Dank und Anerkennung durch die Verleihung einer Urkunde und dem eigens hierfür geschaffenen Ströppkesorden ausgesprochen.

Darüber hinaus wird das Alte Zeughaus mit seinem Karnevalsmuseum durch die Vereinsmitglieder gepflegt und unterhalten. Der Verein erhält hierfür keinerlei Zuschüsse und muss die notwendigen Ausgaben durch die Beiträge der Mitglieder und Fördermitglieder tragen. Spezielle Ausgaben (wie zum Beispiel größere Reparaturen, Austausch der Heizung etc.) können oftmals nur durch großzügige Spenden von Firmen oder Einzelpersonen aufgefangen werden.

Um den Fortbestand des Karnevalsmuseums auch in Zukunft zu gewährleisten, ist der Verein auf weitere Fördermitgliedschaften angewiesen. Auch sind Interessenten an einer aktive Mitarbeit im Karnevalsmuseum herzlich willkommen.