: Schüsse mitten im ruhigen Windberg

Den 3. Oktober wird Rita Moll nicht so schnell vergessen. Noch immer steht ihr die Angst ins Gesicht geschrieben, wenn sie an den Tag denkt, als sie in ihrem Wintergarten sitzt und plötzlich drei Projektile ihre Fensterscheibe durchschlagen.

Kärntner Straße, Hans-Böckler-Straße, Adolf-Wagner-Straße – eigentlich eine ruhige Wohngegend. So dachte auch Rita Moll, jedenfalls bis zu jenem besagten 3. Oktober. „Das war purer Zufall, dass ich an diesem Samstag überhaupt zu Hause war, normalerweise arbeite ich auch am Wochenende“, berichtet die Windbergerin, die in Geistenbeck eine kleine Druckerei betreibt.

Kurz nach 10 Uhr hatte es sich Rita Moll mit ihren beiden Hunden im Wintergarten gemütlich gemacht, um mit einer Freundin zu telefonieren. „Plötzlich gab es ein komisches Geräusch, meine Bekannte am Telefon hörte sogar auf zu sprechen und fragte mich, was das gewesen sei“, erinnert sich Rita Moll. Keine 30 Sekunden später der zweite Knall, kurze später der dritte. Die Scheibe im Wintergarten splittert, die Hunde, zwei Boxer, sind in heller Aufregung.

„Ich habe gedacht, da hat mir jemand einen Stein ins Fenster geworfen“, erzählt Rita Moll. Sie sei sofort rausgelaufen, habe aber niemanden entdecken können. Dann habe sie ihren Nachbarn gerufen, der den Schaden begutachten soll: kreisrunde Löcher in einem Bereich von etwa 4 mal 4 Zentimetern. „Als mein Nachbar dann meinte, auf mein Fenster sei geschossen worden und ich müsste die Polizei verständigen, bin ich fast aus allen Wolken gefallen“, so Rita Moll.

Die herbeigerufenen Beamten sehen die Sache zunächst als nicht so dramatisch an. Rita Moll solle sich keine Sorgen machen, bei den Beschädigungen würde es sich lediglich um Spannungsrisse handeln. Sie solle einen Glaser kommen lassen. „Eine Anzeige wollten die Beamten nicht aufnehmen.“

Das Wochenende verbringt die Windbergerin in Angst und Schrecken. In ihrem Haus fühlt sie sich nicht mehr sicher, traut sich nicht, ihre beiden Hunde in den Garten zu lassen. Zu groß ist die Sorge, ihre vierbeinigen Lieblinge könnten von weiteren Projektilen getroffen werden.

Am Montag dann meldet sie den Schaden ihrer Versicherung mit Fotos von der kaputten Scheibe. Auch für den Sachbearbeiter ist der Fall klar: Hierbei kann es sich nur um Schüsse handeln. Er schaltet einen befreundeten Kommissar ein, der den Sachverhalt bestätigt und Rita Moll bei ihrem Strafantrag unterstützt. Mehr noch, der Polizeibeamte ist sich anhand des Trefferbildes ziemlich sicher, dass gezielt auf die Scheibe gefeuert wurde. Woher die Schüsse kamen, ist allerdings nach wie vor unklar. „Unsere Ermittlungen haben bisher noch nichts ergeben“, bestätigt Erster Polizeihauptkommissar Wolfgang Röthgens. Weitere Erkenntnisse erhofft sich die Mönchengladbacher Polizei, wenn ein Glaser die Projektile sicherstellen konnte, die zwischen die Scheiben der Mehrfachverglasung gefallen sind.

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Für Rita Moll ist das alles wenig beruhigend, bei jedem Geräusch im Haus schreckt sie zusammen. Hinzu kommt, dass unabhängig voneinander bereits drei Nachbarn bestätigt haben, mehrfach Schüsse in der Umgebung gehört zu haben.