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Mönchengladbacher Buchautor Christoph Steckelbruck veröffentlicht „Puk“

Mönchengladbacher Buchautor Christoph Steckelbruck veröffentlicht „Puk“ : „Schreiben ist wie Lesen, nur umgekehrt“

Der Mönchengladbacher Christoph Steckelbruck ist ein kreatives Multitalent: Senior Artdirector für digitale Kommunikation, Cartoonist, Spieleentwickler, Illustrator und Buchautor. 2018 ist sein erster Roman, „Der gefangene Sommer“, erschienen. Jetzt legt er nach – mit „Puk“. Der Extra-Tipp hat mit ihm geplaudert.

Herr Steckelbruck, Sie sind Artdirector, haben in den 90ern Cartoons u.a. herausgebracht. 2018 dann der erste Roman, „Der gefangene Sommer“ – wie sind sie zum Schreiben gekommen?

Ich bin seit jeher sehr literaturinteressiert. Meine Cartoons aus den 90ern waren auch schon eine sehr kurz pointierte Art von Literatur. Irgendwann hat mich der Ehrgeiz gepackt, es selbst mit einem Roman zu versuchen. So entstand „Der gefangene Sommer“. Mein Sohn hat mich überredet, den Erstling an Verlage zu schicken. Unerwartet hat sich tatsächlich ein Verlag zurückgemeldet. Der Conte Verlag, klein aber fein.

Ihr neues Buch heißt „Puk“, was steckt hinter dem Titel?

Der Name Puk ist der skandinavischen Märchenwelt entliehen, ebenso der Name Nisse. Sicher spielt auch Shakespeares Waldgeist Puck aus dem Sommernachtstraum hinein.

Wie entstehen Ihre Geschichten?

Eine meiner Figuren sagt einmal „Schreiben ist wie Lesen, nur umgekehrt“. Und das ist meine Erfahrung, dass ich als Leser einer Geschichte immer ein Stück vorauseile und mir viele Möglichkeiten des Fortgangs ausdenke, bevor der Autor den weiteren Weg festlegt. Das Schreiben funktioniert bei mir genauso und folgt selten einem festgelegten Plan. Ich bin oft überrascht, was am Ende dabei herauskommt.

Also wer lesen kann, kann auch schreiben...?

Ich kann nur allen, die sich für Literatur begeistern, empfehlen, es selbst einmal zu versuchen. Das Schreiben ist, auch ohne auf eine Veröffentlichung zu zielen, eine wunderbare Tätigkeit.

„Puk“ erzählt einen der seltsamsten und unheimlichsten Fälle des Ermittler­duos Magrot und Koblenzka – was ist so seltsam und unheimlich?

Ich möchte natürlich nicht den Inhalt vorwegnehmen. Magrot und Koblenzka ermitteln in einer Reihe bizarrer Todesfälle. Obwohl in keinem der Fälle auf Fremdeinwirkung geschlossen werden kann, zeichnet sich dennoch ein Muster ab, dass auf eine gemeinsame Ursache deutet. Die Spur reicht weit in die Vergangenheit.

Fantastischer Kriminalroman – das klingt nach 3 Genres in 1…?

Ich meine, der Kriminalroman entstammt ursprünglich dem fantastischen Genre. Als Urheber können Poe, Conan Doyle, aber auch E.T.A. Hoffmann genannt werden. Da spielt immer das Unheimliche rein. Das Verbrechen besitzt grundsätzlich den Beigeschmack des Unerklärlichen. Insofern führe ich das Genre Krimi wieder in eine alte Spur. Auch der „gefangene Sommer“ enthält fantastische Elemente.

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„Puk“ spielt in „Reifenbach“ – warum nicht in Ihrer Heimatstadt Mönchengladbach?

Ich glaube, eine fiktive Stadt erlaubt dem Publikum, die eigene Umgebung in die Bilder seiner Vorstellungskraft einzubauen. Mir ergeben sich zudem mehr Freiheiten.

Für wen ist „Puk“ der richtige Lesestoff?

Für alle, die klassische Kriminalgeschichten mit Grusel- aber auch Humoranteil mögen. Das Buch ist nicht blutrünstig, aber es geizt nicht mit bizarren Todefällen. Obwohl das Wort „fantastisch“ das vielleicht suggeriert, hat das Buch nichts mit Fantasy zu tun. 

Schreiben Sie bereits an einem neuen Buch?

In der Coronzeit sind noch zwei weitere Bücher entstanden, eines davon ein weiterer Magrot Koblenzka Krimi. Zur Zeit arbeite ich an einem neuen Roman, der nichts Kriminelles an sich hat.