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Rheydter hat in "Rheydter Geschichten" Historisches aufgeschrieben

Buch „Rheydter Geschichten“ erschienen : Andere golfen, ich schreibe Geschichten

Geschichten aus seiner Heimatstadt Rheydt sind sein Steckenpferd. Seit 20 Jahr forscht Hans-Jürgen Johnen darüber, was dort früher so los war. Dabei sucht er die Themen nach Lust und Laune aus. Heraus gekommen ist dabei jetzt das Buch „Rheydter Stadtgeschichten“.

Seine Leidenschaft sind recherchierte Geschichten aus dem historischen Rheydt, sein selbst gewählter Auftrag: alles aufschreiben. Hans-Jürgen Johnen erforscht seit 20 Jahren Rheydter Persönlichkeiten, Bauwerke, Kunst, Orte. Seine über Jahre aufgespürten Geschichten hat er jetzt in dem Buch „Rheydter Stadtgeschichten“ veröffentlicht.

Johnens historisches Interesse entbrannte vor zwei Jahrzehnten an dem Grab der Familie Froriep und der zugehörigen Bronzefigur von 1897 bei einem zufälligen Besuch auf dem evangelischen Friedhof in Rheydt. „Das Grabmal ist über zwei Meter hoch und erregte sofort meine Aufmerksamkeit“, sagt Hans-Jürgen Johnen. Er hat nach dem Künstler gesucht, der das geschaffen hatte und stieß auf den Bildhauer Gustav Rutz. Was er an Material fand, hat Johnen minutiös aufgeschrieben. Bei seiner Spurensuche stieß er auch auf andere Rheydter Themen, die ihn interessierten.

Der Ur-Rheydter, wie Johnen sich selbst bezeichnet, ist seit 2015 im Ruhestand und hat früher als Angestellter im Rechnungswesen in einer Maschinenfabrik gearbeitet – nichts mit Geschichte oder Schreiben. Doch heute drängt es ihn, nach historischen Gegebenheiten zu graben und sie aufzuschreiben. „Andere golfen und ich schreibe eben Geschichten auf“, sagt er.

Dabei wird es auch mitunter persönlich, wie in seinem Lieblingskapitel über den Kunstlehrer und Galeristen Wilhelm Josef Strunk, bei dem Johnen in den 60-ern in der  Realschule Rheydt-Mülfort noch Unterricht hatte. Das Kapitel ist gespickt mit Anekdoten, wie etwa der, die ihm Strunk selber erzählt hat: „Bei der Eröffnung des Museum Abteiberg traf er Joseph Beuys und fragte ihn: ‚Sag mal Joseph, was hast du dir dabei gedacht, was du hier ausgestellt hast?’, und Beuys antwortete: ‚Wieso ausgestellt?, Ich habe hier was abgestellt.’“ Strunk habe sogar den spanischen Maler Joan Miró noch persönlich gekannt, sagt Hans-Jürgen Johnen.

In neun Kapiteln widmet sich das Buch unter anderem dem Rheydter Notgroschen, der Hohnschaft Hohenberg, dem Schmölder-Denkmal im Schmölderpark, dem Schloss Zoppenbroich, der Hirschapotheke und dem chinesischen Tor, das bis 1965 am Eingang des Schmölderparks stand. Johnen hat im Stadtarchiv gesucht, mit Zeitzeugen gesprochen und Bücher gewälzt.

Zwei Jahre hat er gebrauch, um aus dem Material ein Buch mit 235 Abbildungen und 164 Seiten zu machen.