: Fahrradklima: Viersen weit hinten

: Fahrradklima: Viersen weit hinten

Etwa 170.000 Menschen haben beim ADFC-Fahrradklima-Test 2018 mitgemacht und über 650 Städte und Gemeinden bewertet. Auch Viersen gehört zu den Teilnehmerstädten. Das Ergebnis ist für den Arbeitskreis „Radwegesituation in Viersen“ der SPD-AG 60plus besorgniserregend.

. „Die schwerwiegendste und bedrückendste Aussage im neuesten Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) besagt, dass sich das Sicherheitsgefühl unter den Deutschen Radlern im Verlauf der vergangenen Jahre deutlich verschlechtert hat“, interpretiert Jochen Häntsch vom Arbeitskreis „Radwegesituation in Viersen“ der SPD-AG 60plus das nun veröffentlichte Ergebnis. Offensichtlich hätten dieses Gefühl auch die meisten Viersener Radfahrer. Denn mit „der sehr mäßigen“ Schulnote 4,4 läge Viersen damit noch deutlich hinter dem Durchschnittsergebnis der Vergleichsstädte (50.000 bis 100.000 Einwohner).

Mit einer Gesamtbewertung von 4,3 (Schulnotensystem) schneidet Viersen im aktuellen ADFC-Fahrradklima-Test auf dem 86. Rang von 106 Städten (in Stadtgrößenklasse) ab. Im Vergleich zum Test 2016 gibt es keine Verbesserung.

In vielen Bewertungskategorien schneidet Viersen im Vergleich zu anderen Mittelstädten schlecht ab. Sehr negativ wurden die Ampelschaltungen für Radfahrer (Schulnote 5,2), die Oberflächen der Radwege (holprig und uneben) und das Angebot öffentlicher Leihfahrräder (gering/ kein) bewertet. Kritisch gesehen werden auch die vielen Hindernisse auf den Radwegen und Schutzstreifen und dass Radfahrer an vielen Baustellen im Stadtgebiet zum Absteigen und Schieben gezwungen sind.

„Es ist wegen der ungünstigen Ergebnisse 2018 und auch der davor durchgeführten Umfragen nicht überraschend, dass unsere Stadt sowohl im Bundes- wie im Landesranking vergleichbarer Städte bereits seit vielen Jahren jeweils im letzten Viertel positioniert ist“, erklärt Jochen Häntsch. Aus diesem Grund habe die SPD-AG 60plus bereits 2014 einen Arbeitskreis „Radwegesituation in Viersen“ gebildet und mit Unterstützung vieler verärgerter Radler einen sogenannten „Mängelkatalog“ erstellt, in dem Schwachstellen und Gefahrenbereiche im Viersener Radwegebereich aufgelistet wurden.

Jochen Häntsch: „In sehr enger und auch relativ erfolgreicher Zusammenarbeit mit der bisherigen Baudezernentin Beatrice Kamper und dem Fachbereich Stadtentwicklung wurden auch einige Verbesserungen erreicht.“ Doch angesichts der „völlig unzulänglichen personellen Situation“ in diesem Amtsbereich und der seit vielen Jahren völlig unzureichenden Mittelbereitstellung im Haushaltsplan, befürchte der AK der SPD-AG 60plus, dass sich auch in absehbarer Zeit keine grundsätzlichen Verbesserungen im Viersener Radwegenetz ergeben werden. „Man kann den Eindruck gewinnen, dass die Viersener Politik die Problematik immer noch nicht erkannt hat“, sagt Jochen Häntsch abschließend.

Der ADFC-Fahrradklima-Test beleuchtet, wie es um die Fahrradfreundlichkeit in Städten und Gemeinden bestellt ist. Ergebnisse unter www.fahrradklima-test.de.