: Arbeiten an ehemaliger Wäscherei gestartet

: Arbeiten an ehemaliger Wäscherei gestartet

Der Kreis Viersen und AAV sanieren Grundwasser im Ortskern von Waldniel. Die Arbeiten an der ehemaligen Wäscherei haben begonnen.

Anfang Mai wurde mit der Sanierung einer Grundwasserverunreinigung in Waldniel durch eine sogenannte In-situ Chemische Oxidation (ISCO) begonnen. Auftraggeber und Maßnahmenträger ist dabei der AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung. Vorgesehen sind acht Infiltrationskampagnen mit Natriumpermanganat. Das bedeutet: An acht Stellen wird der Wirkstoff verdünnt über die Messstellen in den Schadensbereich geleitet. Dieses Oxidationsmittel zersetzt Schadstoffe zu umweltneutralen Stoffen wie Kohlendioxid und Wasser. „Das Verfahren ist in Deutschland seit Mitte der 2000er Jahre etabliert und erprobt“, betont Dr. Bernd Steinweg, Leiter der Abteilung Abfall, Bodenschutz, Altlasten des Kreises Viersen. Die Kampagnen laufen über einen Zeitraum von etwa drei Jahren an insgesamt 14 bereits bestehenden Infiltrationsbrunnen in der Ortsmitte. Die Wirksamkeit der Infiltrationen wird durch das begleitende Grundwassermonitoring eines Gutachters überprüft.

Hintergrund

Nach umfangreichen, langjährigen Untersuchungen des Standortes zur Eingrenzung der Grundwasserverunreinigung und einer Sanierungsuntersuchung, die in den Jahren 2014/15 durchgeführt wurde, konnte das ISCO-Verfahren als geeignete Sanierungsmethode festgelegt werden, um das durch leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe (LCKW) belastete Grundwasser im Umfeld der Kirche St. Michael im Ortszentrum von Waldniel zu sanieren.

Mit Hilfe von mittlerweile 60 eingerichteten Grundwassermessstellen wurde der Standort einer ehemaligen chemischen Reinigung als wahrscheinliche Schadensquelle ermittelt, von dem aus eine Schadstofffahne von etwa 900 Metern Länge und 150 Metern Breite vom Ortszentrum Waldniel in Richtung Sportplatz Haversloh ausgeht. „Vermutlich existiert der Schaden schon seit Anfang der 70er Jahre“, bemerkt Dr. Ernst-Werner Hoffmann vom AAV. Berechnungen ergaben, dass mindestens 1,4 Tonnen LCKW in das Grundwasser eingetragen wurden.

Die Kosten für die Sanierung einschließlich Planung und Überwachung werden auf rund 400.000 Euro geschätzt, wovon der AAV 80 Prozent und der Kreis Viersen 20 Prozent tragen. Von der Grundwasserverunreinigung im Bereich der Fahne geht keine unmittelbare gesundheitliche Gefährdung für die Bewohner aus. Das Trinkwasser aus dem Leitungsnetz der öffentlichen Wasserversorgungsanlagen ist von der Grundwasserverunreinigung nicht betroffen, es kann bedenkenlos genutzt werden. Die Anwohner, deren Grundstücke in der Schadstofffahne liegen, wurden durch den Kreis Viersen darüber informiert, aus Vorsorgegründen kein Grundwasser für die Gartenbewässerung, Gartenduschen und die Befüllung von Plansch- oder Schwimmbecken zu nutzen, denn eine Förderung von belastetem Grundwasser kann dabei nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Weitere Informationen zur Belastungssituation im Grundwasser können beim Kreis Viersen, Amt für Technischen Umweltschutz und Kreisstraßen, erfragt werden. Ansprechpartner: Harald Stoll, Telefon: 02162/39–1408.