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Daouda Guilavogui wird morgen ausgewiesen

Flüchtling wird morgen ausgewiesen : Daouda gibt die Hoffnung nicht auf

Der Flüchtling Daouda Guilavogui (Extra-Tipp berichtete) wird morgen in sein Heimatland Guinea abgeschoben. Trotzdem sei die Lage nicht hoffnungslos, sagt sein Chef, Steup-Geschäftsführer Jochen Schmitz.

Er arbeitet in Mönchengladbach, wohnt in Süchteln und seine Geschichte hat in den letzten Monaten eine Welle der Solidarität über die Stadtgrenzen hinweg ausgelöst: Der Guineer Daouda Guilavogui, Angestellter der Firma Steup, wird morgen in sein Heimatland abgeschoben, weil seine Identität angeblich ungeklärt ist.

Trotz Einsatz des Mönchengladbacher Oberbürgermeisters Felix Heinrichs, engagierter Bürger, die bei der Beschaffung von Identitätspapieren hilfreich waren, und der Hilfe von Politikern blieb die Viersener Ausländerbehörde hart. Zwar wurde der Aufenthalt vom 12. April bis heute verlängert, damit Guilavogui, den alle nur Daouda nennen, seine Zwischenprüfung ablegen kann. Aber von dem eigentlichen Beschluss rückte man im Viersener Rathaus nicht ab. Trotzdem sei die Lage nicht hoffnungslos, sagt Jochen Schmitz, einer der Geschäftführer bei Steup.

Daouda soll nach Guinea reisen, sich Reisepass und Visum besorgen und wieder einreisen. Eine Vorabzustimmung für die Wiedereinreise hatte die Viersener Behörde zunächst verweigert, dann aber doch gegeben. „Schriftlich“, sagt Jochen Schmitz. Und es gibt  einiges an Hilfe: Daouda wird von einer Hilfsorganisation begleitet, die ihm bei der Regelung der bürokratischen Angelegenheiten hilft, ihn beim Gang zur deutschen Botschaft begleitet und dem Antrag auf ein Arbeitsvisum hilft, sowie ihm eine Wohnmöglichkeit vor Ort besorgt. „Die Firma Steup hat Daouda außerdem mit finanziellen Mitteln ausgestattet, damit er sich dort nicht auch noch einen Hilfsjob suchen muss“, sagt Jochen Schmitz, der mit mehreren Monaten rechnet, die das Ganze dauern wird. Geschäftsführer Holger Steup, aktiv bei den Rotariern in Mönchengladbach hat zudem Kontakte zu den Rotariern in Guinea geknüpft, hofft auf deren Einfluss. Auch das könnte noch einiges bewirken, hoffen Daoudas Helfer.

Sobald Daouda einen Reisepass hat, will die Firma Steup Daouda bei der Zentralstelle für Fachkräfteeinwanderung NRW anfordern. „Das könnte die Bewilligung des Visumsantrags beschleunigen“, hofft Jochen Schmitz, der sich trotz aller bürokratischen Hürden über die große Mitmenschlichkeit freut, die Daouda in der Region erfahren hat.

Große Hoffnung hatte es vorübergehend für Daouda gegeben, als man aus Guinea verlauten ließ, dass Landsleute, die in Deutschland leben, ihren Antrag auf einen Reisepass jetzt auch bei der Botschaft in Berlin stellen könnten. „Das haben wir versucht, aber da gab es keine Möglichkeit, jemanden zu erreichen“, sagt Jochen Schmitz.

Daouda Guilavogui ist seit 2014 in Deutschland, lebt in Süchteln, arbeitet in Mönchengladbach, ist integriert, beliebt, spricht gut Deutsch, schreibt gute Noten in der Berufsschule und wird bei Steup gebraucht.