: Neues aus der Radiologie

Als Nachfolger von Professor Müller-Leisse noch ganz frisch im Amt des Chefarztes für Radiologie und Neuroradiologie der Kliniken Maria Hilf, ist Prof. Dr. Adrian Ringelstein dennoch ein „alter Hase“ auf seinem Fachgebiet. Im Extra-Tipp erklärt er, was mancher Patient schon immer mal über Radiologie Co. wissen wollte.

Herr Prof. Dr. Ringelstein, Sie sind seit 2017 im Maria Hilf tätig, jetzt Chefarzt für Radiologie und Neuroradiologie. Warum haben Sie sich in Ihrer ärztlichen Laufbahn für die Radiologie entschieden, ist das nicht sehr technisch?

Das stimmt. Als Radiologe muss man schon technikaffin sein. Ich arbeite als Arzt und verwende dazu technische Hilfsmittel, die ich verstehen muss, um sie anwenden zu können. Was viele vielleicht nicht wissen: Die Radiologie stellt nicht nur Diagnosen und dokumentiert Therapieerfolge, sondern führt auch selbst Therapien durch. Das ist, was mich an der Radiologie fasziniert: die Kombination aus detektivischem Herausfinden und der Möglichkeit minimal-invasive Therapien für viele Krankheiten aus einer Hand anzubieten.

Grob überschlagen, wie viele Patienten haben Sie schon in die Röhre geschoben?

Schwer zu sagen. In den Kliniken Maria Hilf erbringen wir rund 80000 radiologische Leistungen pro Jahr. Wenn man in großen Kliniken als Radiologe arbeitet, sieht man etwa 10000 Untersuchungen pro Jahr selbst oder als Supervisor.

Was können Radiologie und Neuroradiologie heute alles, wofür sind sie unverzichtbar?

Wir sind als sogenanntes Querschnittsfach für alle anderen Fachgebiete unverzichtbar. Es gibt keine einzige klinische Disziplin, die ohne bildgebende Diagnostik arbeiten kann. Dazu kommt, dass die Radiologie neben der Kardiologie das Fach ist, das die meisten minimal-invasiven Therapieverfahren durchführt. Die Neuroradiologie beschäftigt sich speziell mit Erkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks. Die minimal-invasiven Verfahren in diesem Teilgebiet werden für Mönchengladbach und die Kreise Viersen und Heinsberg nur durch die Kliniken Maria Hilf abgedeckt.

Was ist das Besondere an dieser Klinik und was haben Sie sich vorgenommen?

Eines der wichtigsten Argumente für meinen Wechsel aus der Uniklinik Essen zu den Kliniken Maria Hilf war, dass die Radiologie und die Neuroradiologie hier aus einer Hand und unter einem Dach angeboten werden. Dazu kommt, dass die Geschäftsführung sehr innovativ denkt und zahlreiche Projekte und Ideen unterstützt, die es uns ermöglichen, unsere Expertise den Bürgern in unserer Region zur Verfügung zu stellen, aber auch ärztliche Kollegen aus kleineren Krankenhäusern oder Praxen bei speziellen Fragestellungen zu unterstützen. Diese Art der Vernetzung und Kommunikation versetzt uns in die Lage, Spitzenmedizin in die Fläche zu tragen.

MSCT, MRT, DSA usw. – wie gelingt es, dass Patienten verstehen, was da mit ihnen gemacht wird?

Wir nehmen uns viel Zeit für Aufklärungsgespräche mit den Patienten und ihren Angehörigen. Ich halte es für absolut relevant, dass die Patienten verstehen, worum es geht. Unsere Ärzte, aber auch das nicht-medizinische Personal sind trainiert, Fachbegriffe durch allgemein verständliche Ausdrücke zu ersetzen und die Fragen der Patienten verständlich zu beantworten.