: Auf den Spuren unserer Urväter

Der Münsterbauverein will den alten Klosterhof an Münsterkirche und Rathaus neu gestalten und für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Derzeit laufen die archäologischen Vorarbeiten, die im Rahmen der Bodendenkmalpflege notwendig sind.

„Der Brunnenhof ist in der Öffentlichkeit kaum bekannt, weil er jahrelang nicht begehbar war. Das ist schade, denn eingegrenzt von Rathaus und Münsterkirche bietet sich ein spektakuläres Bild auf Mönchengladbachs Geburtsstätte“, betonte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners bei einem Vor-Ort-Termin auf der Baustelle.

Das Aachener Architekturbüro Paulssen + Schlimm möchte die Würde des Ortes mit seiner mehr als 1000-jährigen Geschichte erhalten. Der Brunnenhof, wo einst die Mönche als Urväter der Stadt die Brunnenanlage nutzten und sich in ihre Studien vertieften, hatte einen Kreuzgang, dessen Fundamente jetzt bei den Ausgrabungen zu Tage traten. „Darüber hinaus haben wir im Brunnenhof auch eine nicht dokumentierte alte Bunkeranlage entdeckt, die aus Kriegszeiten stammt“, erklärt Archäologe Dáire Leahy.

Brunnenhof über drei
Zugänge erreichbar

Bevor die Bauarbeiten starten können, müssen im Brunnenhof umfangreiche Abrissarbeiten durchgeführt werden. Zukünftig soll der Brunnenhof über drei Zugänge (Abteistraße, Münsterkirche und Abteigarten) erreichbar sein. Die Wegeführung soll an den alten Kreuzgang angelehnt werden. Auch die Brunnenanlage wird als „Lavatorium“ (Brunnenhaus) mit eingebunden. Auf der anderen Seite ist ein kleiner Platz geplant, der mit seinen Sitzgelegenheiten und einem Beleuchtungskonzept über eine hohe Aufenthaltsqualität verfügen wird. „Hier könnten – eingegrenzt von der Rückseite des Münsters und des Rathauses Abtei – kleinere Veranstaltungen durchgeführt werden“, erklären Anne Baus und Annette Bonin vom Münsterbauverein.

Der Zeitpunkt für eine Neugestaltung ist gut gewählt. Das Förderprogramm Soziale Stadt Mönchengladbach Westend sorgt mit vielen Projekten im unmittelbaren Umfeld für eine Revitalisierung der Gladbacher Innenstadt. Der Brunnenhof ist Eigentum der Kirchengemeinde St. Vitus. Auf dem Gelände ist auch der Neubau der Sakristei Bestandteil der Planungen.

Der Vorstandsvorsitzende der Pfarre St. Vitus, Pater Wolfgang Thome, und die Projektleiterin Kirchenvorstand, Astrid Vosshans-Berndzen, unterstützen die Pläne ausdrücklich: „Man lernt die Münsterkirche von einer ganz neuen Seite kennen.“ Und als Hausherr der Münsterkirche freut sich Propst Dr. Peter Blätter schon jetzt auf den barrierefreien Zugang in sein Münster, den es nach Fertigstellung der Arbeiten dann endlich geben wird.

Spenden für das Projekt sind willkommen

Der Münsterbauverein hat beim NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung einen Förderantrag gestellt, um die Neugestaltung des Brunnenhofs mit Mitteln des Förderprogramms „Heimat-Zeugnis“ zu realisieren. „Nach ersten Gesprächen mit dem Fördergeber sind wir zuversichtlich Fördermittel zu erhalten“, erklärt Anne Baus. Nichtsdestotrotz ist der Münsterbauverein auch weiter auf Spenden angewiesen, wenn das Projekt bis 2022 realisiert werden soll.