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Chris Müller und Niklas Siepen starten Fotoaktion für Kulturszene MG

Fotoaktion auf Instagram : Die Kultur zeigt ihre Gesichter

Wie sehr gerade der Kulturbereich unter den gegenwärtigen coronabedingten Einschränkungen zu leiden hat, ist allgemein bekannt. Mit einer Fotoaktion wollen Fotograf Chris Müller und Comedian Niklas Siepen der Mönchengladbacher Kulturszene und ihren Mitgliedern in dieser schwierigen Zeit ein Gesicht geben.

Die Inspiration für ihre Aktion „Kulturgesichter41MG“ haben Fotograf Chris Müller und Comedian Niklas Siepen durch das Berliner Kultur-Aktionsbündis „Alarmstufe Rot“ erhalten. Dieses hatte sich zum Ziel gesetzt, während der Pandemie unter dem Stichwort „Kulturgesichter“ auf das Schicksal der Künstler aufmerksam zu machen, indem es Portraitfotos von diesen, ergänzt um die Namen und weitergehende Informationen zu den Personen, veröffentlicht. Auf Instagram sind die Bilder, die Fotograf Chris Müller von den Gladbacher Teilnehmern an der Aktion schießt, unter „kulturgesichter41mg“ zu bewundern. Nach den ersten Shootings, an denen unter anderem Stadionsprecher, Schauspieler und Moderator Torsten Knippertz oder auch der DJ „Der Russe“ alias Andreas Wigan teilnahmen, haben sich 120 Personen aus dem Kultursektor der Vitus-Stadt gemeldet, die ebenfalls mitmachen wollten. Darunter befanden sich nicht nur Künstler, sondern auch Bühnenhelfer, Barkeeper und viele weitere Menschen, die in diesem Bereich ihr Geld verdienen oder aber sich hobbymäßig engagieren.

„Man bringt mehr Verständnis für die Situation der Künstler auf, wenn man deren Gesichter sieht“, erklärt Niklas Siepen die Motivation hinter dem Projekt. Wichtig sei es den Machern dabei auch zu zeigen, dass sich „Kultur“ nicht nur auf die Hochkultur beschränkt. Vielmehr gebe es ja auch viele kleinere Kulturorte und Clubs; auch die gelte es nicht aus dem Blick zu verlieren.

 Stadionsprecher Torsten Knippertz macht auch mit bei der Aktion.
Stadionsprecher Torsten Knippertz macht auch mit bei der Aktion. Foto: Chris Müller
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Dass die Politik beim Thema Kultur im vergangenen Jahr nicht immer ein glückliches Bild abgegeben hat, ist für Niklas Siepen unstrittig. Gleichwohl liege der Fokus bei der gegenwärtigen Aktion aber eindeutig auf dem Positiven. „Wir wollen einfach auf die große und vielfältige Kulturszene in Mönchengladbach aufmerksam machen. Dabei geht es uns gerade auch mit Blick auf die Zeit nach Corona darum, den Leuten hier zu zeigen, dass sie für gute kulturelle Angebote nicht unbedingt immer nach Düsseldorf oder Köln fahren müssen“, so der Comedian.

 Niklas Siepen hat „Kulturgesichter41MG“ gemeinsam mit Chris Müller auf den Weg gebracht.
Niklas Siepen hat „Kulturgesichter41MG“ gemeinsam mit Chris Müller auf den Weg gebracht. Foto: Chris Müller

Vom Aktionsbündnis „Alarmstufe Rot“ haben sich Müller und Siepen mit ihrer Version der Kulturgesichter inzwischen auch losgelöst. Die guerillaartigen Aktionen des Bündnisses am Bundestag, gepaart mit einer Gesamtpräsentation, die eher die Unzufriedenheit der Künstler mit der Politik in den Mittelpunkt stellt, waren nicht das, was die beiden Mönchengladbacher für ihre Heimat in den Vordergrund gerückt sehen wollten. „Unser Blick geht in die Zukunft“, sagt Siepen. Auch dass Mönchengladbachs Oberbürgermeister Felix Heinrichs die Aktion unterstützt und sich bereits selbst für die Kulturgesichter hat ablichten lassen, freut ihn sehr.