1. Städte
  2. Mönchengladbach

Werden die blauen Container in Mönchengladbach abgeschafft oder nicht?

Was passiert jetzt in der Containerfrage? : Und ohne blau, das wäre schlau...?

Noch ist es nicht beschlossene Sache, aber die Überlegungen laufen und so mancher Gladbacher hat schon davon gehört: Die an über hundert Standorten im Stadtgebiet aufgestellten Papier-Container sollen weg. Warum? Laut mags wegen des illegalen Mülls, der an den Standorten entsorgt wird. Doch wäre das Abschaffen der blauen Container die Lösung? Der Extra-Tipp hakt noch einmal nach.

Mittags, halb eins an der Carl-Diem-Straße im Volksgarten. Benjamin H. entsorgt einige Pappkartons in den dort aufgestellten blauen Papiercontainern. Er macht die Kartons sorgfältig klein, becor er sie in den Container schiebt. „Ich bestelle oft im Internet“, erklärt er. „Und ich kann die Kartons leider nicht zu Hause wegwerfen. Wir haben Gewerbe in unserem Wohnhaus und die blaue Tonne ist immer voll!“ Wie er das fände, wenn die blauen Container abgeschafft würden? „Sch...!“, sagt er. Dann müsse er jedesmal „zur Kippe“ fahren. Denn Papier dürfe man ja auch nicht wie früher im Bündel auf die Straße stellen. Verständnis dafür hat er nicht. „Papier ist ein Wertstoff!“, erinnert er. Und wundert sich: „Wir zahlen so viel Müllgebühren...!

Doch zurück zur Frage: „Kommen die blauen Container nun weg, und wenn ja, wann – und wie werden die Gladbacher zu viel Papiermüll in Zukunft los? Fakt ist doch: Der häusliche Papierberg wird nicht gerade kleiner, Internetanbieter von A wie Amazon bis Z wie Zalando sei Dank.

  • mags-Mülldetektive haben einen illegalen Entsorger von
    Müllsünder : Illegale Entsorger erwischt
  • Jedes Jahr wieder haben die Gladbacher
    Mitmachen und gewinnen : Extra-Tipp im Bild festhalten
  • Frust beim Blick in die Tone:
    Fremdbefüllung von Abfalltonnen : Was tun gegen Mülltouristen?

Seit dem 23. August hakt der Extra-Tipp bei der mags nach, was „Sache ist“ in der Containerfrage – und wird immer wieder vertröstet, zunächst auf das Ergebnis der für den 2. September angesetzten Aufsichtsrat- und die Verwaltungsratssitzungen, dann weiter, von Woche zu Woche. Dabei ist die Katze längst aus dem Sack. So schreibt die Rheinische Post am 16. August: „mags plant den Abzug sämtlicher Altpapier-Container in Mönchengladbach“, und zitiert mags-Vorstand und GEM-Chefin Gabriele Teufel: Hintergrund sei „die stetige Verunreinigung und Zumüllung vieler Container-Standorte“. Und: „Glascontainer sind dabei nie das Problem.“ Ach, sind sie nicht? Eine kurze Fahrt durch die Stadt und der Extra-Tipp hat gleich mehrere um Glas- und Altkleidercontainer herum arrangierte Müllhalden entdeckt. Kaum vorzustellen, dass die Abschaffung der blauen Container daran etwas ändert. Der illegale Müll wird höchstens „verlagert“.

Auch Radio 90.1 hat die Blaue-Container-Frage thematisiert. Das „mögliche Aus der Altpapier-Container“ sorge in der Stadt für Unmut, war zu hören.
Für die Linke ist ein Abzug der Papiercontainer noch aus anderen Gründen „inakzeptabel“. Das Vorhaben sei „nicht nur unsozial, sondern auch klimaschädlich“, da die daraus resultierende Einführung von noch mehr blauen Tonnen insbesondere bei größeren Wohneinheiten zu noch mehr Platzbedarf führen und weitere Grünflächen fressen würde. Davon, dass es älteren, kranken und nicht „mobilen“ Menschen nicht zuzumuten sei, Altpapier zu den beiden Wertstoffhöfen zu transportieren, ganz zu schweigen.

Was passiert also in Sachen Altpapier? Das Thema ist in den Köpfen der Gladbacher. Die einen mögen mehr betroffen sein als die anderen, aber die Frage geht alle an und verlangt nach einer Antwort. Auf Anfrage bei OB Felix Heinrichs lässt die Stadt diese Woche leider nur verlauten: „Zurzeit gibt es keinen Beschluss zur Abschaffung der Papier-Container. Damit erübrigen sich zum jetzigen Zeitpunkt auch die anderen Fragen. Wenn es eine Veränderung gibt, teilen wir das zum entsprechenden Zeitpunkt natürlich mit.“