1. Städte
  2. Viersen
  3. Meine Heimat
  4. Viersen

Niederrhein Tourismus plant für Zeit nach Corona-Krise

Tourismus am Niederrhein : Der „Neustart“ muss noch warten

Eine der Branchen, die durch die Corona-Krise am schlimmsten betroffen ist, ist der Tourismus. Die Niederrhein Tourismus GmbH blickt trotz deutlicher Einbrüche positiv nach vorne.

Den Frühling hatte sich die Niederrhein Tourismus GmbH – hatten wir uns alle – wohl anders vorgestellt. Die Hoffnung schien berechtigt, mit anlaufender Impfkampagne und steigenden Temperaturen, die Pandemie endlich in den Griff zu bekommen. Doch nun befinden wir uns mitten in der dritten Welle, mit Infektionszahlen, die ähnlich dramatisch sind wie um Weihnachten.

Die Niederrhein Tourismus GmbH wollte in diesen Wochen eigentlich den „Neustart“ für den Tourismus am Niederrhein einläuten. „Wir hatten gehofft, dass um Ostern schon Öffnungen möglich gewesen wären, doch die Entwicklung der Pandemie hat das unmöglich gemacht“, erklärt Martina Baumgärtner, Geschäftsführerin der Niederrhein Tourismus GmbH.

Im Laufe des vergangenen Jahres haben Niederrhein Tourismus GmbH und die Wirtschaftsförderung des Kreises Viersen ihr Möglichstes getan, um die örtlichen Betriebe zu unterstützen – etwa bei der Beratung für die Corona-Hilfen oder Online-Portale für die Gastronomie. Denn auch wenn das Minus der Übernachtungszahlen am Niederrhein unter dem Landesschnitt (46 Prozent) lag, war es mit 41,4 Prozent doch beträchtlich. Besonders die Gäste aus den benachbarten Niederlanden und Belgien blieben fern. Hier schlug ein Minus von über 57 Prozent zu Buche.

Die Bitte der Kreise an der Grenze aufgrund ihrer besonderen Lage mit mehr Impfstoff versorgt zu werden, wurde vom Land nicht gehört und auch bei den Bewerbungen als Modellregionen ging man leer aus. Lediglich die Städte Mönchengladbach und Krefeld bekamen den Zuschlag.

Trotzdem arbeitet man im Kreis Viersen weiter an Konzepten, wie Freizeitgestaltung und die Öffnung der Gastronomie – bei entsprechend niedrigen Inzidenzen – möglich sind. Hier setze man auf Schnelltests, digitale Registrierungen, aber auch auf die Lenkung von Besucherströmen, um Überfüllung auf bestimmten Wanderrouten oder Besucherhotspots zu vermeiden. Zählgeräte, die bisher nur zu internen Zwecken genutzt wurden, sollen hier etwa zum Einsatz kommen.

Doch auch jetzt schon kann man vor Ort mit dem Pfund Natur und Infrastruktur ordentlich punkten, wie Landrat Dr. Andreas Coenen betont: „Der Kreis Viersen verfügt über eine herausragende Infrastruktur an Rad- und Wanderwegen, die auch Corona konform genutzt werden können.“ Gerade erst wurden Radwanderkarten neu aufgelegt, die Beschilderung des Radknotenpunktsystems erweitert und auch die Premiumwanderwege laden zur coronakonformen Freizeitgestaltung ein. Der Niederrhein Tourismus hat derweil bereits seine Webseite relaunched und bietet einen jahreszeitlich abgestimmten Überblick über die Themen Wandern, Radfahren, Genuss und Kultur.

Die örtlichen 193 Ferienwohnungen machen sich ebenfalls für den „Neustart“ bereit. Zahlreiche Anbieter hätten sich bereits um eine Klassifizierung beim Deutschen Tourismusverband bemüht, ein Viertel hat die Klassifizierung bereits und bewegt sich zwischen drei und fünf Sternen. „Wir freuen uns sehr über das Qualitätsbewusstsein bei den Betrieben“, betont Martina Baumgärtner.

Kooperations-Partner der Niederrhein Tourismus GmbH Sonnenklar TV verzeichnet jetzt bereits viele Buchungen für Herbst/Winter und den Beginn des kommenden Jahres. „Der Niederrhein hat viele Vorteile, die vor der Corona-Krise noch nicht so relevant waren und worauf die Menschen nun besonderen Wert legen: Weite, Fläche, Natur – die Leute wollen atmen können“, weiß Andreas Lambeck, Geschäftsführer von Sonnenklar TV.