: Pater Manuel und das Kinderdorf

Gestern, am 11. Juli, feierte Pater Manuel Merten OP sein 50-jähriges Priesterjubiläum. Doch wie fing seine Geschichte an und welche Verbindungen gibt es zum Bethanien Kinder- und Jugenddorf in Schwalmtal?

Es war Karneval 1966, als der junge Dominikanerstudent Manuel ein Praktikum im Bethanien Kinderdorf Schwalmtal startete. Damals wie heute gehört es im Dominikanerorden zur Ausbildung künftiger Priester, dass sie verschiedene Praktika absolvieren müssen. „Mutter Maria“, so wurde damals das Oberhaupt der Schwestern genannt, „verteilte“ ihn und seine zwei Ordensbrüder auf drei verschiedene Kinderdorffamilien. Für Pater Manuel ging es zu Schwester Veronika ins Ährenhaus. „Schwester Veronika ist eine wahre Weggefährtin für mich geworden“, berichtet er heute. „Wir haben immer den Kontakt gehalten und auch heute sehe ich sie noch regelmäßig“.

Eigentlich sollte es nach dem Praktikum weiter gehen, doch irgendwie blieb er hängen. Damals gab es noch die Fachschule für Heimerziehung unter Leitung der Dominikanerinnen von Bethanien in Waldniel. Und als er 1970 zusätzlich zum Studium der Theologie sein Lehramtsstudium für die Fächer Deutsch, Mathematik und Religion abschloss, unterrichtete er Deutsch in Waldniel. „Später fiel noch jemand für Politik und Geschichte aus“, so der heute 75-jährige. „Das habe ich dann ebenfalls übernommen.“

Dann kam die Schulschließung. Doch auch das trennte die Wege zwischen Pater Manuel und dem Kinderdorf nicht. „Schwester Hermanna erzählte mir, dass sie nicht gerne Berichte schreibt“, lacht der Priester. „Und sie fragte, ob ich nicht Interesse daran hätte, das für sie zu übernehmen.“ 1971 bis 1972 tat er dann genau das. Dann machte er seinen Abschluss als Diplompädagoge und Schwester Hermanna, die damalige Kinderdorfleiterin, fragte ihn, ob er nicht noch mehr machen wolle.

Auch seine Primiz, die erste Messe nach der Priester-Weihe, hat er im Kinderdorf gefeiert. Auf seinem Primizbild finden sich daher drei Orte: Walberberg (Studienort), Wuppertal (Geburtsort) und Waldniel (Primiz).

Er feierte in seiner Zeit im Kinderdorf viele Familiengottesdienste. Die Vorbereitungen dafür erledigte er zunächst mit den Jahrespraktikanten. Später entstand ein richtiger Arbeitskreis. „Wir haben wunderbare Messen gefeiert. An eine Geschichte erinnere ich mich besonders gerne zurück. Es war Pfingsten und es gab noch die DDR. Damals kam es überall in den Nachrichten. Eine Gruppe flüchtete mit einem Heißluftballon in den Westen. Wir feierten damals eine Messe mit dem Thema ’Geist, der in die Freiheit trägt‘. Reinhard baute einen richtigen Heißluftballon und wir ließen ihn in der Kapelle hochsteigen. Das war unglaublich.“ Die Messen in der Kinderdorfkapelle waren damals so beliebt, dass sie vergrößert werden musste, um mehr Platz zu schaffen – auch für Familien von außerhalb.

Als pädagogischer Leiter hat er bei der Einstellung vieler Mitarbeiter mitgewirkt. Darunter auch Kinderdorfmutter Ida Dunkel: „Er hatte immer schon die Gabe, verschiedenste Menschen in eine Gemeinschaft zu verwandeln. Er hat jeden Menschen so angenommen, wie er ist und gleichzeitig sofort das Beste in ihm entdeckt. Er hat dann jedem die für ihn perfekte Aufgabe zugewiesen, so dass jeder zu einem wichtigen Teil der Gemeinschaft wurde.“

Von 1972 bis 1982 arbeitete Pater Manuel als pädagogischer Leiter. Im Anschluss konnte er zwar nicht mehr ganz so häufig ins Bethanien Kinderdorf kommen, jedoch immer noch für wichtige Augenblicke. Das Bethanien Kinderdorf gratuliert seinem treuen Wegbegleiter Pater Manuel von ganzem Herzen zum 50-jährigen Priesterjubiläum und freut sich auf viele weitere Begegnungen.