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Naturtrainerin und Bürgermeister starten “KippenKampagne“ für Willich

Kampagne : „Wollen das Kippen-Problem lösen“

Mancher unterschätzt die Gefahr, die von achtlos weggeworfenen Zigarettenkippen vor allem für die Natur ausgeht, – trotz aller Aufklärungsarbeit – nach wie vor. Auch darum starteten Naturtrainerin Elita Grafke und Bürgermeister Christian Pakusch für Willich durchaus bewusst plakativ die nächste “KippenKampagne“ – konkret an der Eva-Lorenz-Umweltstation am Neersener Schlosspark.

Grafke ist es extrem wichtig, zu betonen, dass sie nicht gegen das Rauchen und Raucher vorgehen möchte. Der Naturtrainerin der Willicher Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) sind die wild entsorgten Zigarettenstummel und die verheerenden Folgen aber schon lange ein Dorn im Auge, und mit mannigfaltigen Aktionen und auf vielen Wegen schafft sie Bewusstsein für das Problem. In der Tat wird die achtlos weggeschnippt Kippe oft unterschätzt: In den Stummeln befinden sich diverse Gifte, die der Umwelt wirklich massiv schaden.

Dabei verfolgt die engagierte und dynamische Frau, unterstützt von ihrem Mann Benno, das Konzept, über die Gefahren für die Umwelt aufklären, ohne erhobenen Zeigefinger: „Wir wollen auch die Gefühle der Menschen ansprechen, Emotionen wecken, und dabei sprechen wir wirklich alle Bürger an – zum Beispiel den Bürgermeister, die Verwaltung, alle Parteien, Kirchen, Vereine, Geschäftsleute, die Tafel, die Sparkasse, Grundschulen, Gesamtschulen, Gymnasien, Streetworker, Kinderschutzbund, Jugendfreizeiteinrichtungen, Kitas…“

Im Rahmen der Aktion kommen unter anderem Leporellos zum Einsatz, Info-Material aller Art wie der passende Bericht der Welt-Gesundheits-Organisation (WHO), Plakate in allen Formen und Größen bis zu A0, die wirklich überall platziert werden sollen. Aber es gibt auch Versuche mit Kresse, entsprechend gestylte Taschenaschenbecher, Sprühschablonen, Beschriftungen auf Fahrzeugen… Die Aktion ist breit und auf nachhaltige Wirkung angelegt, allüberall soll der Bürger auf Info stoßen, sensibilisiert werden.

Grafke: „Wir bitten zum Beispiel darum, bei Leerständen die Fenster mit unseren Plakaten bekleben zu dürfen, Plakate in die Fenster der Geschäfte hängen oder Kundenstopper mit unseren Plakaten aufstellen zu können, in Jugendfreizeiteinrichtungen oder auch Kitas.“ Kinder und Jugendliche sind ein wesentlicher Ansatzpunkt der Aktion: Ein Kita-Kinderbuch, ein Müllsuchbild und passende Spiele, ein beeindruckendes Kresse-Experiment, das die Schäden durch Kippen eindrucksvoll dokumentiert und die Kids zu „kleinen Forschern“ macht, oder auch ein Grundschulen-Kinderbuch gibt es.

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Auch an den weiterführenden Schulen wird mobil gemacht: Das Thema wird in verschiedenen Fächern (Chemie, Biologie) behandelt. So werden Gifte im Kippenwasser bestimmt, Pflanzen mit Kippen-kontaminiertem Wasser begossen, aufgeklärt, welche grausamen Folgen es haben kann, wenn Tiere Kippen fressen. Auch Jugend-Begegnungsstätten und Streetworker werden eingebunden.

Die Website der Aktion (https://wildermuell-lebensgefahrfuertiere.de) ist randvoll mit Infomaterial und Lehrfilmen zum kostenlosen Download. Grafke: „Wir wollen einfach Bewusstsein dafür schaffen, dass Kippen keine Kleinigkeit, sondern toxischer Sondermüll sind: Sie vergiften Wasser und Böden, die Gifte sind nicht oder nur sehr schwer abbaubar. Eine Kippe pro Liter Wasser lässt Fische sterben – und die Gifte gelangen über Fische in unsere Nahrungskette.“

Mit die größte Vergiftungsgefahr besteht für Kleinkinder; Tabakvergiftungen rangieren unter den häufigsten Vergiftungen im Kindesalter. Nicht umsonst ist das Rauchen auf Spielplätzen in Willich verboten. Kippen lösen sich erst nach zehn bis 15 Jahren auf und werden zu Mikroplastik, 49 Milliarden Kippen werden pro Jahr einfach weggeworfen und sind somit der häufigst vorkommende „Wilde Müll“; allein in Deutschland entstehen den Kommunen pro Jahr Reinigungskosten in Höhe von 225 Millionen Euro – bezahlt vom Steuerzahler.

Elita Grafke zeigte sich beim Start der Aktion im Neersener Schlosspark entschlossen: „Wir wollen das Kippen-Problem für Willich lösen. Und wer meint, wir würden nichts bewirken, dem halte ich klar entgegen, dass man scheitern kann – aber wer es nicht versucht, ist schon gescheitert!“