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Verkehrsunfallstatitstik vorgestellt

Thema Unfälle und Verkehr : Wieder mehr Unfälle

Am Mittwoch dieser Woche hat die Kreispolizei Viersen die Verkehrsunfallentwicklung für das Jahr 2022 vorgestellt. Die Bilanz: ernüchternd traurig. Es gab wieder mehr Unfälle.

. Wenig erfreulich zeigten sich der Leitende Polizeidirektor Dietmar Maus und Polizeioberrat Peter Tillmanns, Leiter der Direktion Verkehr, am Mittwochnachmittag bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2022. Mit einem Anstieg von plus von 3,2 Prozent stieg die Anzahl der Verkehrsunfälle von 8.865 auf 9.146. Auch die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden stieg von 948 auf 1.063 - ein Plus von 12,1 Prozent. „Damit liegen wir leicht über dem Landesdurchschnitt und fast wieder auf dem Niveau von vor Corona“, fasst es Peter Tillmanns zusammen. Eine Entwicklung, die nicht zufriedenstellend ist. Auch die Anzahl der Unfälle mit Unfallflucht sei im letzten Jahr auf ein neues Rekordhoch gestiegen. So stieg die Zahl von 1.990 auf 2.259 - ein Plus von 13,5 Prozent. In 113 Fällen wurden sogar Menschen dabei verletzt. Zumindest konnte hier die Aufklärungsquote gehalten bzw. gesteigert werden (Unfallflucht mit Sachschaden 39,42 Prozent; Unfallflucht mit Personenschaden 55,75 Prozent). 

So starben im letzten Jahr sechs Menschen bei Unfällen, 17 Menschen wurden schwer verletzt, 21 leicht verletzt. Daher stieg auch die Anzahl der bei Verkehrsunfällen verunglückten Menschen von 1.160 auf 1.304 (ein Plus von 12,4 Prozent). Die Zahl der Getöteten sank von acht auf sechs, der Schwerverletzten stieg von 199 auf 203 (Plus zwei Prozent), die Zahl der Leichtverletzten von 953 auf 1.095 (Plus von 14,9 Prozent).

Erstmalig hat die Polizei nun auch die volkswirtschaftlichen Kosten durch Verkehrsunfälle festgestellt - basierend auf einer Berechnung der Bundesanstalt für Straßenwesen nach einer im Jahr 2005 entwickelten Methodik des Schadenkostenansatzes. So belaufen sich die Personenschadenskosten für den Kreis Viersen auf 37,54 Millionen Euro, die Sachschadenskosten auf 108,95 Millionen Euro. 

Die häufigsten Unfallstellen in Willich waren die Landstraße 26, die Hans-Martin-Schleyer-Straße und die Autobahn A44.

Aktuell beobachtet die Polizei insgesamt 34 Unfallhäufungsstellen im gesamten Kreisgebiet.

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„Jeder verunglückte Mensch durch einen Verkehrsunfall ist einer zu viel - ganz gleich ob getötet, schwer oder leicht verletzt“, ergänzt Polizeidirektor Dietmar Maus.

Die häufigsten Unfallursachen waren Fehler beim Abbiegen/Wenden (34 Prozent) oder Vorfahrt/Vorrang (30 Prozent). Am meisten verursacht wurden Unfälle durch Pkw (43 Prozent) und Radfahrer (34 Prozent). Gerade letztere Gruppe bereitet der Polizei zunehmend große Sorgen. „Wir haben in den letzten Jahren ein verändertes Mobilitätsverhalten feststellen können. Die Menschen haben eine große Lust am Radfahren und wir befinden uns hier grenznah zu Holland. Bei uns wird gerne Rad gefahren“, weiß  Polizeioberrat Peter Tillmanns. Hinzu käme, dass viele Radfahrer jetzt mit Pedelecs unterwegs seien und oft die Leistungsfähigkeit solcher Räder erheblich unterschätzen würden. Das belegen auch die Zahlen - die Anzahl der verletzten oder getöteten Fahrrad- oder Pedelec-Fahrer stieg von 387 auf 444 (ein Plus von 14,7 Prozent). Besonders betroffen seien hier Kinder und Senioren. Mit dem Rad verunglückten Senioren ab 65  in 127 Fällen. In 59 Fällen verunglückten Kinder bis 14 Jahre mit dem Rad. Kinder waren insgesamt in 110 Verkehrsunfällen verwickelt, dabei verletzten sich im letzten Jahr 114 Kinder.

„Um die Unfallzahlen zu senken bieten wir von der Polizei verschiedenen Maßnahmen an“, so Tillmanns weiter. Zu erwähnen seien hier Pedelec-Kurse in Zusammenarbeit mit der Kreis VHS oder auch „Rudis Gehwegtraining“, „Aktion Toter Winkel“, „Crash Kurs NRW“ für Kinder und Jugendliche. „Die Polizei kann mit ihren Angeboten die Verkehrserziehung unterstützen.“, betonte Dietmar Maus. „Es sind in erster Linie die Eltern, die mit ihren Kindern das richtige Verhalten im Straßenverkehr üben müssen.“ Peter Tillmanns appellierte an diejenigen, die vom Fahrrad aufs Pedelec umgestiegen sind oder nun im Frühling umsteigen, die Fahrdynamik eines Pedelec nicht zu unterschätzen.