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Aufklärungskampagne „Sprechen Sie lieber mit Ihrem Kind“ startet

Am 1. September startet dreijährige Aufklärungskampagne : Einfach mal mit den Kindern sprechen

„Fühlen und erleben statt wischen und tippen“ – unter diesem Motto starten der Fachbereich Kinder, Jugend und Familie und das Mönchengladbacher Netzwerk Frühe Hilfen am 1. September eine dreijährige Aufklärungskampagne – mit starken Kooperationspartnern und vielen Aktionen.

Er klingt banal, der Tipp, einfach mal wieder mit seinen Kindern zu sprechen, aber wenn man darüber nachdenkt, wird einem bewusst, wie sehr Smartphone & Co. heute den Alltag bestimmen und wie oft der reelle Austausch mit den Kindern zu kurz kommt. Damit die nicht nur tippen, wischen und auf einen Screen starren, sondern auch dreidimensional gucken, zuhören, tasten, mit allen Sinnen erleben lernen, starten der Fachbereich Kinder, Jugend und Familie und das Mönchengladbacher Netzwerk Frühe Hilfen am 1. September die Aufklärungskampagne „Sprechen Sie lieber mit Ihrem Kind“. Geplant ist die bereits seit rund zwei Jahren, aber in Pandemiezeiten schienen erst einmal andere Dinge wichtiger – bis man merkte: Corona hat doch tatsächlich zu noch mehr Medienkonsum geführt.

Umso mehr freuen sich Samira Hlaoit, Netzwerkkoordinatorin und Leiterin der Fachstelle Frühe Hilfen, Klaus Röttgen, Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie, sowie die Beigeordnete Dörte Schall darüber, dass es jetzt losgeht mit der Kampagne. Was ihnen wichtig ist: Nicht mit erhobenem Zeigefinger mahnen und die Medien nicht „verteufeln“, schließlich bringen die viele Vorteile und Möglichkeiten – auch der Bildung – mit sich. „Wir wollen auf die Eltern zugehen, mit ihnen sprechen“, betont Samira Hlaoit vielmehr.

Dörte Schall erklärt weiter: „Man erwischt sich ja oft selbst dabei: Das Handy liegt immer da, man schaut dauernd drauf, oft aus Langeweile. Und die Kinder nehmen das wahr!“

„Wie gehen wir mit den Medien um?“, sei also die entscheidende Frage. Denn der ständige Blick auf Smartphone, Tablet & Co. habe oft zur Folge, dass keine Zeit für Gespräche und Zuwendung bleibe, die Kinder dringend benötigen. Nicht zuletzt gehe es auch um die Vorbildfunktion. Und: Es gelte Angebote zu machen, statt nur Verbote zu erteilen.

Einfachste Übung: Ein Spieleabend. Oder Vorlesen. „Für Kinder ist das ein Traum“, spricht Samira Hlaoit, selbst Mutter, aus Erfahrung. Klar, das ist Zuhören, Bilder gucken und – nicht zu unterschätzen – die Nähe, das Zusammensein. Auch ein Waldspaziergang, bei dem Kinder die Natur hautnah erfahren, bietet viel mehr Impulse als eine Stunde Fernsehen oder „Surfen“ für die gesunde Entwicklung des Kindes.

Die Möglichkeiten sind vielfältig – mit den Angeboten im Rahmen der Kampagne erst recht. Das Mönchengladbacher Netzwerk Frühe Hilfen mit seinen über 350 Netzwerkpartner*innen macht’s möglich. Die Stadtbibliothek verteilt Lesestart-Sets, bietet Themenabende und Eltern-Kind-Führungen. Die Familienbildungsstätte lädt zur Teilnahme am Kurs „Medien – was brauchen Kinder?“ ein.  Medienpädagoge Kai Kyas klärt in den Familienzentren über die Wahrnehmung von Kleinkindern in Bezug auf den Medienkonsum ihrer Eltern auf. Am 9. November beantwortet ab 14.30 Uhr eine Polizistin aus dem Bereich „Prävention und Opferschutz“ im Familienzentrum Martinshof Fragen wie „Wissen Sie, was Ihr Kind mit seinem Handy oder PC macht?“ Auch in den Kitas sind viele Aktionen geplant, unter anderem „tierische Besuche“ von einem Erlebnisbauernhof, Waldwanderungen, Alpaka-Wanderungen und Tipis-Bauen, wie Samira Hlaouit auflistet. Und das Programm soll natürlich noch ausgeweitet werden.