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Corona-Kinder in Mönchengladbach - Hilfen von Land und Bund

Engagierte Träger und Hilfe von Land und Bund : Aufholprogramm für die Kids

In Mönchengladbach hat sich ein breites Angebot etabliert, um Kinder und Jugendliche in der Pandemie zu unterstützen. Der Gladbacher Landtagsabgeordnete Jochen Klenner hat rund 50 Vertreter aus den verschiedensten Bereichen in einer Videokonferenz zusammengebracht, um Erfahrungen auszutauschen und das Netzwerk zu stärken.

Wie dringend notwendig die Arbeit der verschiedenen Organisationen und Träger ist, machte Hochschulprofessor Dirk Baier deutlich, der zu Corona-Auswirkungen bei jungen Menschen forscht: „Wir beobachten steigende Zukunftsängste, Einsamkeit und Gereiztheit, weil Angebote, Beziehungen und Motivation fehlen. Jugendliche benötigen Freizeit und Angebote zur Persönlichkeitsentwicklung und zum Bilden ihrer Identität“, so der Präventionsexperte.

Seelische und körperliche Folgen stellen auch die Mediziner in der Stadt fest. Dr. Ruth Winzen und Dr. Sabine Keiser aus der Kinder- und Jugendklinik am Elisabeth-Krankenhaus berichten über steigende Fallzahlen von Gewichtszunahme, Aufmerksamkeitsproblemen und psychischen Druck bei den Kindern. Das bestätigt Sonja Beba vom Stadtsportbund: „Die Vereine berichten über viele Austritte und die Bewegungsdefizite sind stark gewachsen.“ Mit gezielten Programmen und Kooperationen mit Schulen geht der Stadtsportbund die Probleme an. Auch die AWO, die Stadtbibliothek und Vertreter der kirchlichen Jugendarbeit berichten über Ideen und Programme, um den Kindern zu helfen. „Das muss Spaß machen und darf nicht mit zu viel Druck geschehen“, betont die Leiterin der Stadtbibliothek, Brigitte Behrendt. Die Dankbarkeit und das Interesse der Teilnehmer sei sehr hoch, berichtet der Jugendbeauftragte der Katholischen Kirche, Florian Hilgers

Hohe Motivation spüren auch die Schulen. Die Schüler freuen sich aufs gemeinsame Lernen und das soziale Miteinander, das während der Schulschließungen gefehlt hat, erklärt Bezirksschülersprecher Fabio de Lana. „Da ist neben dem Lernstoff auch viel soziales Miteinander zu kurz gekommen“, meint die Leiterin der Gesamtschule Hardt Susanne Kölling, die deshalb auch gezielt Aktionen für die Stärkung der Gemeinschaft organisiert. Ludwig Lühl, Vorsitzender des Jugendherbergswerks berichtet über entsprechende Erlebnisangebote.

Land und Bund haben ein gemeinsames „Aufholprogramm“ aufgelegt – 430 Millionen Euro stehen für zusätzliches Personal und Bildungsangebote bereit. Im laufenden Schuljahr werden davon alleine in Mönchengladbach fast drei Millionen Euro für gezielte Hilfen abgerufen. Der Geschäftsführer der Lern- und Bildungsakademie, Michael Weigand, berichtet aus der praktischen Erfahrung: „Hier geht es nicht um klassische Nachhilfe, sondern echtes Aufholen des ausgefallenen Stoffs, aber auch um soziale Kompetenzen“, so Weigand.

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Hans Boeker von der Jugendhilfe der Stadt Mönchengladbach ist beeindruckt von der Arbeit vor Ort: „Die Programme werden angenommen und mit Leben gefüllt“, freut er sich. Auch Jochen Klenner dankt den engagierten Trägern: „Sie geben den Kindern und Jugendlichen mit ihrem Engagement Halt und Zuversicht.“