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St. Irmgardis Krankenhaus Süchteln feiert 150-jähriges Bestehen

St. Irmgardis Krankenhaus Süchteln : 150 Jahre bewegende Geschichte

In diesem Jahr feiert das St. Irmgardis-Krankenhaus Süchteln sein 150-jähriges Bestehen. „Grund genug für einen kurzen Rückblick – denn das Haus hat in den Jahren so manchen Wandel erlebt“, weiß Geschäftsführer Dr. Conrad Middendorf.

Zum Jubiläum sind ein Festakt und ein Mitarbeiterfest geplant. Auch ein Film ist anlässlich des Jubiläums in Arbeit. „Wir sind froh, dass die Corona-Entwicklung eine Feier möglich macht, wenn auch nur in eingeschränktem Rahmen.“

1869 wurde der erste Stein in Süchteln gelegt. Viele weitere sollten folgen, bis am 24. August 1871 das „St. Irmgardis-Hospiz“ als Armenpflege- und Waisenhaus seine Türen öffnete. Die ursprüngliche Absicht, auch Kranke zu versorgen, konnte erst ab dem Jahr 1872 realisiert werden, als eine Pocken-Epidemie den Bau eines Isolierhauses notwendig machte. Von Anfang an übernahmen Ordensschwestern der Franziskanerinnen von Heythuysen die Betreuung der Menschen und haben das Haus über 100 Jahre bis zu ihrem Weggang im Jahr 1972 entscheidend geprägt.

  • Hier werden im Empfang der Station
    St. Elisabeth Hospital : Neues Bettenhaus eingesegnet
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    : Verdient in den Ruhestand
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    St. Elisabeth-Hospital : 19 Betten gespendet

Um der steigenden Bevölkerungszahl gerecht zu werden, waren bereits in den 1890ern erste Erweiterungen des Haupthauses notwendig. Im Ersten Weltkrieg diente das Krankenhaus als Lazarett, und auch im Zweiten Weltkrieg war es – mittlerweile um das Antoniushaus erweitert – ständig mit Verwundeten belegt. Auch das Haus selbst blieb vom Krieg nicht verschont. 1943 wurde es bei einem Bombenangriff stark beschädigt. „Der Umbruch in ein Vollkrankenhaus erfolgte 1954“, erzählt der Kaufmännische Direktor Thomas Becker. „Seit diesem Zeitpunkt war ein hauptamtlicher Chefarzt ständig im Haus anwesend – vorher war es lediglich ein Belegarzt-Krankenhaus.“ Der nächste Schritt folgte 1963 mit der Eröffnung eines neuen Bettenhauses mit Platz für 135 zusätzliche Patienten.

Gleichzeitig wurde die Krankenpflegeschule eröffnet, damals noch mit fünf Schülerinnen. „Ab diesem Zeitpunkt war die Ausbildung im Haus ein wichtiger Faktor“, erzählt Pflegedirektorin Britta Gruhn. „Bis heute werden hier Nachwuchskräfte gefördert, aktuell bieten wir hier im Haus 50 Ausbildungsplätze in der Gesundheits- und Krankenpflege an.“

In den anschließenden Jahrzehnten folgten zahlreiche Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen, unter anderem der OP-Abteilung, der Intensivstation und der Liegendanfahrt. Die letzten, deutlich nach außen sichtbaren Schritte waren die Erweiterung um das neue Bettenhaus im Jahr 2016 und die Zentrale Notaufnahme 2018.

Von 1871 bis 2008 befand sich das Hospital in der Trägerschaft der Katholischen Kirchengemeinde St. Clemens Süchteln. Zum 1. Januar 2009 übernahmen die St. Franziskus-Stiftung Münster und das AKH Viersen gemeinsam die Verantwortung.

Inzwischen hat sich das St. Irmgardis-Krankenhaus zu einem modernen Haus mit 160 Betten entwickelt, das zahlreiche Kompetenzbereiche unter seinem Dach vereint. „In der Inneren Medizin und der Chirurgie sind wir für die Süchtelner die erste Anlaufstelle und in der Altersmedizin sogar die einzige ausgewiesene Spezialabteilung im ganzen Kreisgebiet“, freut sich Thomas Becker. Die Hand- und Plastische Chirurgie ist seit langem erfolgreich etabliert. „Natürlich stehen wir auch in unserem Jubiläumsjahr nicht still“, bemerkt er mit Verweis auf die zum Jahresbeginn neu gegründete Abteilung für konservative Orthopädie.

370 Mitarbeiter*innen sind um das Wohl der Patienten bemüht. „Das große Engagement, das sie jeden Tag zeigen, macht uns stolz und dankbar“, betont Thomas Becker.

„Alle Entwicklungen, die das Haus in diesen eineinhalb Jahrhunderten gemacht hat, wo es herkommt und wofür es heute steht, wäre ohne den Einsatz der Ordensschwestern und der Kirchengemeinde – aber auch ohne die Unterstützung vieler engagierter Süchtelner Bürger – nicht möglich gewesen. Ihnen gehört unser ausdrücklicher Dank und die Zusicherung, unsere christlichen Wurzeln auch in Zukunft zu bewahren“, so Conrad Middendorf.