Gute Gespräche führen können

Armut hat weitreichende Folgen für das Aufwachsen und die Entwicklung von Kindern. Besonders fehlende Teilhabemöglichkeiten und die Angst vor Ausgrenzung ist für betroffene Familien und junge Menschen eine allgegenwärtige Erfahrung.

Dies ist besonders in Gesprächen mit betroffenen Kindern und deren Familien zu erleben. Kann durch gute Kommunikation etwas Positives bewirkt werden? Wie kann es gelingen, ihnen Räume zu geben, in denen sie sich als wirksam und wertvoll erleben?

In der zweiten Fortbildung innerhalb des Projektes „Nettetaler NetzwerkE für Kinderchancen (NEK)“ übten sich Schlüsselpersonen aus den Kindertageseinrichtungen, dem Sportbereich, den Jugendzentren, den Schulen, der Flüchtlingshilfe und der Verwaltung an einer gelingenden Kommunikation.

Marius Wagner, Systemischer Familientherapeut, Supervisor und Coach, machte als Referent deutlich, dass in alltäglichen Gesprächen stets zwei Ebenen vorliegen, die es mitzudenken gilt. Auf der Ebene des Sprechens und des Handelns können Ziele, Aufgaben und Positionen sichtbar miteinander verhandelt werden. Doch gemäß dem Eisbergprinzip gibt es auch die unter der Wasseroberfläche liegende unsichtbare Ebene, der Gefühle, Erfahrungen und Werte. Für das Führen guter Gespräche ist es wichtig, sich diese unterschiedlichen Ebenen bewusst zu machen.

Gute Gespräche gelingen, wenn sich die Gesprächspartner verdeutlichen, dass sich die Lebenswelten der Menschen trotz vieler Gemeinsamkeiten auch an wichtigen Punkten unterscheiden. Ein gelungenes Bild diesen wichtigen Aspekt zu veranschaulichen ist die Vorstellung, dass der Gesprächspartner auf einer anderen Insel lebt, die trotz Gemeinsamkeiten Unterschiede zur eigenen Insel aufweist. Eine innere Haltung der Offenheit und Respektes gegenüber der „Insel des anderen“ erleichtert die Kommunikation. Durch neugierige Fragen kann eine Annäherung der beiden Lebenswelten entstehen. Um im Bild zu bleiben geht es darum die Insel der anderen zu erforschen.

Nicht nur das Sprechen und ins Gespräch kommen waren Inhalte der gelungenen Fachtagung, auch das viel wichtigere zuhören. Die zwanzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden sensibilisiert, mit welchem „Ohr“ man zuhören kann. Durch das Bewusstmachen, dass Botschaften unterschiedlich gehört werden, können Vorurteile überprüft und hinterfragt werden.

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Entscheidend für gute Gespräche ist eine innere Haltung zum Dialog, zum neugierig, wertschätzend und authentisch sein. Sich Zeit zum Zuhören und Verstehen zu nehmen sind neben der Fähigkeit, gute Fragen zu stellen, wichtiges Handwerkszeug für gelingende Gespräche. In diesem Sinne hatten die Teilnehmenden des Fachtages „Gute Gespräche führen“ einen informativen und erkenntnisreichen Tag.

(Report Anzeigenblatt)