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Tierärtin sucht mit mobilem Tierarztwagen Heimtiere vor Ort auf

Mobiler Tierarztpraxis startet durch : Frau Heyer mit Herrn Müller im Einsatz

Wenn Aylissa Heyer mit „Herrn Müller“ vorfährt, dann ist Aufatmen bei Herrchen und Frauchen angesagt. In ihrem umgebauten Rettungswagen (RTW) versorgt die Tierärztin die kleinen und großen Wehwehchen von Hund, Katze und Co. – und das direkt vor Ort bei den Besitzern, immer da, wo Hilfe für die vier- oder zweibeinigen Lieblinge benötigt wird.

. Aylissa Heyer macht es umgekehrt: Bei ihr kommen die Tiere nicht in die Praxis, sondern die Praxis kommt zu den Tieren. Kleintiere wohlgemerkt, denn der Platz von „Herrn Müller“ ist begrenzt.

Mit dem umgebauten Rettungswagen erfüllt sich die 37-Jährige gleich zwei Träume. „So wie andere Kinder Pilot, Feuerwehrmann oder Lokomotivführer werden wollen, wollte ich immer Tierärztin werden“, erzählt Aylissa Heyer. Noch gut kann sie sich an ein von ihr gemaltes Bild aus Kindertagen erinnern, auf dem ein Rettungswagen zu sehen war - natürlich ein Rettungswagen für Tiere.

Damit war der berufliche Werdegang von Aylissa Heyer vorprogrammiert: Studium an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover, später dann praktische Erfahrung sammeln in verschiedenen Praxen und Kliniken. Im Hinterkopf aber blieb der große Wunsch nach einem eigenen Tier-Rettungswagen, den sie sich im September letzten Jahres erfüllen konnte.

„Herrn Müller“, ein VW Crafter, ging es anfangs überhaupt nicht gut. „Überall waren Kratzer und Beulen, die Feuerwehrzeichen und die Lackierung mussten entfernt werden. Den RTW wieder auf Vordermann zu bringen, das hat schon eine Weile gedauert“, sagt Tierärztin Heyer, die mit ihrem Vater, dem bekannten Rennfahrer Hans Heyer, aus einer autoaffinen Familie stammt.

Doch wie kommt ein ehemaliges Rettungsfahrzeug der Feuerwehr zu dem lustigen Namen „Herr Müller“? Bei der Übernahme des Wagens in Köln erfuhr Aylissa Heyer, dass der RTW nicht wie sonst üblich eine Nummer, sondern einen Namen besitzt. „In allen Unterlagen war der Rettungswagen als Herr Müller eingetragen, und so nenne ich ihn auch weiterhin.“

Inzwischen ist „Herr Müller“ innen wie außen top in Schuss: Von kleineren Operationen bis hin zur Zahnpflege ist alles möglich, „sogar ein kleines Ultraschallgerät passt in meine Hosentasche“, verrät die Tierärztin. Ihre Mobilität erspart ihr viel Zeit („Ich kann mir alles bestens einteilen“) und den zu behandelnden Tieren eine Menge Aufregung, etwa weil der Transport im Käfig wegfällt.

Im Einsatz ist Aylissa Heyer montags bis freitags zu ganz normalen Öffnungszeiten, mitunter sogar im Kölner Raum, wenn erkrankte Haus- und Kleintiere dort ärztliche Hilfe benötigen. Angst vor einer Panne unterwegs hat sie nicht, „solche RTW`s sind robust, die kriegt man nicht klein - und außerdem stamme ich ja aus einer Schrauber-Familie!“

Ganz wichtig ist „doc-heyer“ zu betonen, dass „Herr Müller“ keine Tierklinik oder Tierrettung ist. „Wenn beispielsweise ein Hund angefahren wurde und womöglich ernsthaft verletzt ist, dann muss das Tier in einer entsprechenden Klinik versorgt werden“, betont Aylissa Heyer. „Ich bin da nicht zuständig.“