Borussia Mönchengladbach und die hohen Erwartungen

Kabinenpredigt : Hohe Erwartungen – zu Recht!

Sie kommt wie gerufen, die Länderspielpause für Borussia. Zwar sind die Nationalspieler der Gladbacher mit ihren jeweiligen Auswahlteams unterwegs, doch sowohl ihnen als auch den Daheimgebliebenen tut es wohl gut, in der Bundesliga einen Break zu haben.

Nach einem starken Rückrundenauftakt (drei Spiele, drei Siege) ist die Mannschaft im Vergleich zur Hinrunde kaum wiederzuerkennen: Ohne Mumm und Durchschlagskraft in der Offensive, ohne Stabilität in der Defensive.

Gründe dafür zu suchen wäre müßig, denn beim aktuellen Abwärtstrend – selbst der 1:0-Sieg in Mainz kann diesen nicht beschönigen – hat längst die Psyche (statt Physis) übernommen. Um den Kopf frei zu bekommen, tut das spielfreie Wochenende gut. Und es ist die Gelegenheit, sich vor dem Saisonendspurt neu zu justieren. Jonas Hofmann beklagte sich nach dem unbefriedigenden Remis gegen Freiburg über die gestiegene Erwartungshaltung des Umfelds, es werde „teilweise alles viel zu negativ gesehen“. Die Erwartungshaltung allerdings hat die Mannschaft durch ihre fantastische erste Halbserie selbst geschürt; auch Sportdirektor Max Eberl gab das Erreichen der Champions League zum Ziel aus. Dieses ist spätestens nach dem vierten Heimspiel in Serie ohne Sieg in Gefahr geraten.

Düsseldorf, Bremen und Hannover lauten nun die nächsten Gegner – allesamt aus der Kategorie „schlagbar“. Auch wenn es Hofmann möglicherweise nicht passt: Bis zum Heimspiel gegen den direkten Rivalen Leipzig ist Gladbach in der Pflicht, zu punkten, denn die hohen Erwartungen an ein Team, das in dieser Saison schon berauschenden und höchst effizienten Fußball gezeigt hat, sind zu Recht vorhanden.

Sie sind anderer Meinung? Diskutieren Sie mit – auf www.facebook.com/StadtSpiegelMG/ oder leserbriefe@report-anzeigenblatt.de