1. Borussia

: Aufregende Perspektiven

: Aufregende Perspektiven

Borussia Mönchengladbach steht vor einer aufregenden Saison. Nicht aufgrund der Auswirkungen des Corona-Virus, die zumindest in den ersten Saisonwochen kaum Zuschauer ins Stadion lassen. Sondern aufgrund der Perspektive: Borussia kann erneut zu den TOP4-Klubs der Bundesliga zählen...

...und das vor allem, weil Sportdirektor Max Eberl Wort gehalten hat. „Wir wollen und werden keine Leistungsträger abgeben“, hatte Eberl wenige Tage, nachdem die Qualifikation für die Champions League feststand, versprochen. In den vergangenen Jahren mussten Borussen-Fans tatenlos mit ansehen, wie die besten Spieler regelmäßig Gladbach verließen, um zu einem sportlich größeren und finanziell attraktiveren Klub zu wechseln: Marc-André ter Stegen zum FC Barcelona, Marko Reus, Mo Dahoud und zuletzt Thorgan Hazard zu Borussia Dortmund, Andreas Christensen (war ausgeliehen) zum FC Chelsea, Granit Xhaka zu Arsenal London... Die Liste ließe sich beliebig fortführen. Die Abgänge spülten zwar jede Menge Geld in die Kasse, die sportliche Qualität des Kaders litt jedoch.

In diesem Sommer ist alles anders, und das trotz Corona: Die Pandemie hat vergangene Saison ein großes Loch in die finanzielle Bilanz des Klubs gerissen und wird das wohl auch in der kommenden tun. Geschäftsführer Stephan Schippers mahnte deshalb früh an, dass man die bereits jetzt feststehenden Champions League-Einnahmen nicht auf einer Shopping-Tour für neue Spieler ausgeben könne.

Das war aber auch gar nicht nötig, eben weil Eberl Wort hielt. Die viel umworbenen Borussen Matthias Ginter, Allasane Pleá, Marcus Thuram, Florian Neuhaus und vor allem Denis Zakaria blieben allesamt, ohne dass Eberl diese groß überzeugen musste. Borussia ist nicht nur ein Wohlfühl-Klub, wie alle Spieler fast unisono bestätigen. Sie ist inzwischen auch zu einer der Top-Adressen in der Bundesliga, aber auch in Europa geworden. Sicherlich dürfte die Qualifikation für die Champions League ihr Übriges dazu getan haben, dass sich niemand der Genannten ernsthaft mit Wechselgedanken beschäftigte. Aber auch ohne den Sprung in die Königsklasse hätte wohl kaum ein Leistungsträger leichten Herzens Abschied genommen vom Borussia-Park. Das Gesamtpaket, das Mönchengladbach bietet, ist inzwischen einfach stimmig.

Weil alle Leistungsträger blieben, konnten es sich Eberl und Cheftrainer Marco Rose erlauben, den Kader „nur“ punktuell zu verstärken. Roses ehemaliger Schützling in Salzburg, Hannes Wolf, kam ebenso auf Leihbasis von RB Leipzig wie der zweite Zugang Valentino Lazaro von Inter Mailand. Wolf ist ein Mann für die Abteilung Attacke, Lazaro ist auf mehreren Positionen in Abwehr und Mittelfeld einsetzbar. Auch Lazaro hat in der Jugend in Salzburg unter Marco Rose gekickt, was den Österreicher sicher auch zum Wechsel nach Mönchengladbach bewegt haben dürfte.

Lazaro wird aufgrund eines Muskelbündelrisses noch einige Wochen fehlen, Wolf dagegen dürfte direkt eine Option für die erste Elf von Marco Rose sein, auch weil Pleá, Thuram und Breel Embolo noch nicht hundertprozentig fit sind.